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Das Schönste im Norden:
Das Knochenhauer-Amtshaus

Fachwerk in Hildesheim

Der französische Architekt Viollet-le-Duc schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts: „Und ihr möget den ganzen Erdball durch­schrei­ten, so wird Euch doch kein zwei­tes Fachwerkhaus begegnen, das so viel Schönheit, Kraft und Harmonie aus­strahlt wie das Knochenhauer-Amtshaus zu Hildesheim.“ Da wollten sich die Zu­schauer des NDR 2006 nicht lumpen lassen und wählten das Fachwerkhaus zum schönsten Gebäude Norddeutsch­lands. Es ist schon imposant zu sehen, wie sich das ehemalige Gilde­haus der Fleischer über dem Marktplatz erhebt und alle anderen Gebäude dort in den Schatten stellt. Selbst das Rathaus kann nicht mit dem Knochenhauer-Amtshaus mit­halten. Da lässt sich erahnen, welchen politischen und wirtschaftlichen Einfluss die Fleischer bei der Errichtung des Gebäudes im Jahr 1529 hatten.

Das Gebäude enthält sowohl Elemente der Gotik als auch der Renaissance. Mit seinem reichen Schnitzwerk verkörpert das Fachwerkhaus jedoch auf alle Fälle die Lebenslust dieser Zeit. Besonders die nach oben hin immer weiter auskragen­den Geschosse gel­ten als statische Meisterleistung. Das oberste Stockwerk ragt ganze 2,40 m über die unterste Hausmauer hinaus. Das Amthaus wurde genau nach den Be­dür­fnissen der Fleischer konzipiert: Es gab z.B. vier große Kellergewölbe, die mang­els Elektrizität als Kühlschränke fungierten. Die Hildesheimer Bürger konnten in den Ver­kaufsräumen darüber also mit gut gekühlter und frischer Ware rechnen. Über den Scharren – also den Verkaufständen – waren in den mittleren Geschossen Räume für Sitzungen und Feste untergebracht. Denn feiern konnten die Fleischer damals wie kaum eine andere Zunft. Unter dem Dach wurden schließlich die Tierfelle zum Trock­nen ausgebreitet. Auch Wohnungen gab es in dem Fachwerkhaus.

Wie in so vielen Städten in Deutschland brachte auch in Hildesheim der Zweite Welt­krieg große Zerstörungen. Im März 1945 wurde das Knochenhauer-Amtshaus Opfer des Brandes, der die ganze Innenstadt heimgesucht hatte und wurde völlig zerstört. Nach dem Krieg war es keine Frage, dass das prächtige Bauwerk wieder aufgebaut werden sollte. Doch es kam erst einmal anders, und so wurde stattdessen das „Hotel Rose“ an historischer Stätte eröffnet. Erst als dieses Hotel Anfang der 1980er-Jahre pleite ging, konnte der Wiederaufbau in Angriff genommen werden. 1987 war es soweit, das Knochenhauer-Amtshaus wurde so originalgetreu, wie es sich rekonstru­ieren ließ, wieder hergestellt. Zum Einsatz kamen hier zum Beispiel 400 Kubikmeter Eichenholz und ca. 7.500 Holznägel für über 4.300 Holzverbindungen. Heute erstrahlt das Gebäude wieder in altem Glanz. In den Kellergewölben, dem Erdgeschoss und dem 2. Stockwerk ist eine Gaststube untergebracht. In den oberen Stockwerken fand das Stadtmuseum seine Heimat.

Foto: Frank Radel / pixelio.de

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