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Das Wirtshaus an der Lahn,
romantischer geht's nimmer

Fachwerkhaus in Lahnstein

Das Wirtshaus an der Lahn, direkt an der Lahn gelegen kurz vor deren Einmündung in den Rhein, gehört zu den ältesten Bauwerken des romantischen Mittelrheins. Seine Geschichte geht bis in das Jahr 1348 zurück, als hier eine Schiffsanlegestelle gebaut wurde und gleich daneben ein Zollturm des Kurfürsten von Trier. Das eigentliche Wirtshaus wurde jedoch erst 1697 von dem Gastwirt Balthasar Kalkofen im Fachwerk-Bauweise errichtet, wobei das Erdgeschoß aus Bruchsteinmauerwerk besteht. Schiffer und Fuhrleute kehrten hier ein, jedoch auch "bessere Herrschaften" wie der Geheimrat Goethe, der am 18. Juli 1774 mit dem Schriftsteller und Pfarrer Johann Caspar Lavater und dem Reform-Pädagogen Johann Bernhard Basedow ein Mittagsmahl einnahm. Von diesem "Großereignis" kündet heute noch eine Fassadenbeschriftung auf dem Zollturm.

Dieses Juwel mit seiner Bilderbuch-Optik, zu der der frühere Fachwerk-Zollturm nicht unwesentlich beiträgt, hätte sicherlich unangefochten eine führende Rolle in der Gastronomie des Lahnkreises spielen können, wenn es nicht die vertrackte Sache mit diesem Volkslied gäbe:

Fachwerkhaus in Lahnstein

Es steht ein Wirtshaus an der Lahn, da halten alle Fuhrleut an.
Die Wirtin sitzt am Ofen, die Fuhrleut um den Tisch herum,
die Gäste sind besoffen.

Das Volkslied dürfte im 18. Jahrhundert entstanden sein und war nicht mehr und nicht weniger als eine fröhliche, ein wenig freche Volksweise. Dann aber kamen die Herren "Militärs" oder Studenten auf die Idee, der Wirtsfrau von der Lahn allerlei Sexualschmutz anzuhängen. Was in den Casinos der Offiziere und auf den Kneipabenden der Corpsstudenten der Frau Wirtin mit gröhlendem Gesang nachgesagt wurde, war und ist unterste Schublade.

So fielen denn Kegelclubs und Sportvereine beim Ausflug an Rhein und Lahn rudelweise in das Wirtshaus ein und waren oft nicht abzuhalten, mehrere der über 800 Schundreime, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, im Lokal selbst oder im wunderschönen Wirtsgarten anzustimmen. Zum Leidwesen des Wirts und vor allem seiner Frau und zum Leidwesen der seriösen (und nüchternen) Gäste, die einfach nur Speisen, Getränke und das schöne Ambiente geniessen und nicht miterleben wollten, wie besoffene Männer "die Sau heraus lassen".

Das wunderschöne Wirtshaus an der Lahn war von 1998 bis 2005 geschlossen. Das neue Wirtspaar bemüht sich mit Erfolg um eine gediegene Gastronomie. Man kann sich heute hier wohlfühlen - vor allem ohne störendes Gegröhle.

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