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Die Mühle von Schlepzig und
eine bewegte Vergangenheit

Fachwerkhaus in Schlepzig

Wie würde das ursprüngliche Gebäude wohl heute aussehen? Die Frage muss mit Blick auf die bewegte Geschichte der Schlepziger Mühle erlaubt sein. Der heutige Bau löst wahrscheinlich keine großen Begeisterungsstürme aus. Selbst Schuld, möchte man denjenigen sagen, die nur von der äußeren Optik ausgehen. Und so nicht wahrnehmen, was "hinter" dem Fachwerkbau steckt. Der heutigen "Schau-Mühle" gehen nämlich über 600 Jahre voraus. Die Gastronomen Thorsten und Anja Römer wissen die Schlepziger Mühle zu schätzen. Als Inhaber des benachbarten Landgasthofes "Zum grünen Strand der Spree" mit Brauerei bewirtschaften sie die Mühle heute.

Zum ersten Mal erwähnt wurde die Mühle im Jahr 1374 - wenn auch nicht als solche: Von einem Eisenhammer ist die Rede. In einer Urkunde heißt es, ein gewisser Hans Schenbub habe als Lehen die Mühle bekommen. Dort schmiedete er Rasenerz - und schaffte gewissermaßen die Existenz von Thorsten und Anja Römer. Auf der Schlacke, die im Hammerwerk anfiel, wurde nämlich damals der erste Gasthof gebaut. Ohne ihn würde es den heutigen Landgasthof der Römers in der Nachbarschaft der Mühle wahrscheinlich nicht geben.

Die Rasenerzgewinnung hatte im Spreewald keine Zukunft. Der Hammer stellte vermutlich um 1700 seinen Betrieb ein, weil gehaltvolleres Erz aus Sachsen importiert wurde. Stattdessen entwickelte sich eine Säge-, Korn und Ölmühle. Aber auch sie sollte nicht "überleben": 1769 brannte sie zusammen mit über 50 weiteren Häusern nieder. Das Großfeuer hatte eine Bauersfrau zu verantworten, die glühende Scheite über den Hof trug und Glut auf den Boden fallen ließ.

Fachwerkhaus in Schlepzig

Zwei Jahre später packte es ein tatkräftiger Müller namens Johann Gottlieb Streichan an und baute die Mühle wieder als Getreide, Öl- und Schneidemühle auf. Zahlreiche Nachkommen hielten den Betrieb aufrecht. Friedrich Carl Streichan hatte wohl keinen Nachkommen und verkaufte die Mühle für 69 000 Mark (um 1900).

Bis in die 1980er Jahre wurde schließlich noch in der Mühle geschrotet und gemahlen. Mit der Wende kam die Auszeit. Erst 1995 nahm sich eine Arbeitsgemeinschaft den Gebäuden an und restaurierte es fünf Jahre lang. Inzwischen ist ein Informationszentrum mit Schaumühle eingezogen. Zwischen Mai und Oktober können der dreistöckige Mühlenbau, die kleine Mehl- und Getreideausstellung sowie diverse Mühlengeräte angeschaut werden.

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