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Im Kessler-Haus prickelt's seit 1826

Fachwerk in Esslingen am Neckar

Ohne es zu wissen, ist der eine oder andere Partygänger bereits mit dem schmucken Fachwerkhaus gewissermaßen in Berührung gekommen. Er konnte es schmecken - weniger das Haus als mehr das Erzeugnis, das in dessen Kellern hergestellt wird. Das Kessler-Haus kann mehr, als einfach nur gut aussehen. Und das verdankt es unter anderem Georg Christian Kessler, der hier 1826 die gleichnamige Sektkellerei gegründet hat. Seitdem werden in dem schmucken Gebäude am Esslinger Marktplatz in traditioneller Flaschengärung edle Schaumweine aus heimischen Reben hergestellt. Aber auch schon vor der Ära Kessler spielte der Wein in den Gemäuern eine wesentliche Rolle.

Vor mehr als 800 Jahren in der Stauferzeit erbaut, zählt das heutige Kessler-Haus mit zu den ältesten Holzbauwerken seiner Art. Die ältesten Bauteile des Gebäudes stammen aus dem frühen 13. Jahrhundert. Ab 1213 gehörte der sogenannte Pfleghof dem Speyer Domstift, der unter anderem viele Weinberge besaß. So waren die etwa 2000 Quadratmeter großen Kellergewölbe schon damals mit großen Fäßern gefüllt. Das Größte fasste rund 172 "Eimer" (rund 52 000 Liter), berichtet die heutige Kellerei. Die Reformation änderte an der Bestimmung des Anwesens nichts. Mittlerweile im Besitz des Esslinger Rates, wurde hier weiterhin Wein produziert und gelagert.

Fachwerk in Esslingen am Neckar

Die Eichenstämme, die das Gebäude auch heute noch tragen, sollen im Winter 1502/03 gefällt worden sein. Damals wurde der Pfleghof von Grund auf umgebaut und saniert. Seine jetzige Gebäudestruktur erhielt der Komplex um 1600 mit dem Bau des zum Stadtarchiv geschwenkten Südwestflügels. Möglicherweise führte dabei der Renaissancebaumeister Heinrich Schickhardt die Regie.

Georg Christian Kessler war jedenfalls von dem Anwesen begeistert. Es bot - und bietet - die idealen räumlichen und klimatischen Bedingungen für sein Vorhaben, das zugleich in Novum in Deutschland war: Er gründete die erste Sektkellerei auf deutschem Boden. Zuvor hatte er sich in Frankreich "umgeschaut" - bei der noch heute erstklassigen Marke "Veuve Clicquot". Immer noch wird gerätselt, warum er sich mit seiner damaligen Arbeitgeberin, der Witwe Barbe-Nicole Clicquot, überworfen hat. Sei's drum: Wäre es nicht zu diesem Zerwürfnis gekommen, gäbe es in Deutschland kein Fachwerkhaus, in dem Sekt hergestellt wird.

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