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Weitere Beiträge finden Sie in folgender Rubrik: Erfahrungsberichte von Fachwerkhaus-Bauherren

Beispielhafte Sanierung eines Ackerbürgerhauses in Preußisch-Oldendorf


Speziell im norddeutschen Raum, hier nicht zuletzt in kleinen Dörfern und Städten, stehen hunderttausende (!) Fachwerkbauten, die von der Baukunst unserer Vorvorfahren berichten. Was unsere Vorvorfahren noch wußten, wußten unsere Vorfahren zum Teil schon nicht mehr. Die Folge waren unfachmännische Sanierungen, An- und Umbauten mit ungeeignetem Material und - noch schlimmer in der "Jetztzeit" - die ansonsten rühmliche Eigenleistung mit unrühmlichem Material nach dem Motto: "Je billiger, je besser."

Wir stellen Ihnen deshalb jetzt die Sanierung eines 200 Jahre alten Ackerbürgerhofes aus Preußisch-Oldendorf vor, dessen umfangreiche und fachgerechte Sanierung mit Produkten der Firma REMMERS erfolgte. Das Gebäude hatte eine wechselvolle Geschichte hinter sich und war nicht viel mehr als eine Ruine, als sich der neue Besitzer 1986 entschloß, das Bauwerk zu retten und dort eine Gastwirtschaft und vier Wohnungen einzurichten. Das Werk gelang bemerkenswert gut - das Bauwerk trägt inzwischen die Denkmalplakette des Landes Nordrhein-Westfalen.
Schaden an Tragwerkkonstruktion durch Schwamm und tierische Schädlinge Aufsteigende Feuchtigkeit Zustand vor der Renovierung
Z u s t a n d   v o r   d e r   R e n o v i e r u n g
Der erste Schritt: Schadenfeststellung nach Checkliste
Schadenfeststellung nach Checkliste
Der zweite Schritt: Festschreibung des Sanierungskonzepts

Der Eigentümer entschied sich für eine Entkernung und behutsame Erneuerung beschädigter Teile sowie einer fachwerkgerechten Erneuerung jener Bausubstanz, die irreparabel vom Zahn der Zeit (und unfachmännischem Flickwerk) angegriffen war. Dabei bediente er sich fast ausnahmslos der Produkte der Firma REMMERS, deren Slogan nicht von ungefähr lautet: "....schützt Werte am Bau." So danken wir denn auch diesem Unternehmen, daß es uns diese in ihrer Komplettheit lückenlose Dokumentation zur Verfügung gestellt hat. Das Sanierungskonzept sah drei Einzelbereiche vor:


Keller

Einbau eines Kellers im Bereich der Diele.

Kellerabdichtung im Aida Kiesol System mit Sulfiton Dickbeschichtung gegen Druckwasser und im Bereich des nicht unterkellerten Gebäudes Maßnahmen gegen aufsteigende Feuchtigkeit mittels einer Injektion im Bohrlochverfahren mit Aida Kiesol.

Entfernung des vom Schwamm befallenen Mauersockels und Neuerstellung mit Hartbrandziegeln. Flächenabdichtung im Aida Kiesol-System und Neuverputz mit Aisit Universalputz.


Gefache

Die Ausfachung der Innenwände bestand aus Weidegeflecht und Lehm.

Alle Gefache mit porosierten Steinen neu ausmauern und umlaufend mit Albon Fugendichtband elastisch einfügen.

Verputz mit Aisit Spezial-Vorspritzmörtel und Aisit Universalputz.

Fassadenschutz im Funcosil LA Siliconfarbsystem.

Unterfangung des vorhandenen Bauwerks und Anhebung um 50 cm auf ursprüngliches Niveau.


b>Holzskelett-Konstruktion


Bestandsaufnahme der erhaltenswerten Bohlen und Balken bzw. der unrettbar zerstörten Hölzer.

Bekämpfender und vorbeugender Holzschutz mit Aidol Multi GS.

Holzveredelung innen: Aidol Allzwecklasur und Dilutin Brandschutz.

Holzschutz außen: Rofalin Deckfarbe.
Die Sanierung "step-by-step" vom Keller bis zum Dach
Unterfangung des vorhandenen Bauwerks Unterfangung des vorhandenen Bauwerks, um die Fundamente neu aufzumauern, das Gebäude zu heben und um im Bereich der Diele nach Ausschachtungsarbeiten einen zusätzlichen Keller anzubauen.
(Foto li.)

Umfangreiche Abstützungsmaßnahmen waren erforderlich, weil ab 2,30 m Tiefe Treibsand vorlag.
(Foto re.)

Die Betonierarbeiten gestalteten sich in Teilabschnitten dadurch sehr schwierig.
Umfangreiche Abstützungsmaßnahmen
Abdichtung des verkieselten Kellerbodens Der problematische Untergrund, verbunden mit drückendem Wasser und die geplante hochwertige Nutzung der Kellerräume erforderten eine sichere Kellerabdichtung innen und außen. Sie erfolgte im Aida Kiesol-Abdichtungssystem mit Sulfiton Dickbeschichtung. Im Bild: zusätzliche Abdichtung des verkieselten Kellerbodens mit Sulfiton Dickbeschichtung.
Blick aus dem Zwischenkeller in den tieferen Keller Abdichtung der Wände in dreifacher Verkieselungsfolge mit Aida Kiesol und Aida ADS-Schlämme. Darauf erfolgte eine Abspachtelung mit der rißüberbrückenden Sulfiton Dickbeschichtung. Zum Abschluß Vorsatzschale aus KS-Steinen.
Zimmerleute sanieren im Dielenbereich das Holzfachwerk: Die vom Schwamm befallenen Hölzer wurden entfernt und durch intaktes altes Holz wieder ersetzt bzw. angearbeitet. Dafür mußten die Querschnitte einzelner Hölzer im Handsägeverfahren geändert und alte Nägel oder Bolzen in aufwendiger Handarbeit entfernt werden. (Foto li.)

Anschließend wurden alle Hölzer im Innenbereich gesandstrahlt, um die alten Farbanstriche zu entfernen und in der Struktur anzugleichen. (Foto re.)
Ersatz der alten Ausfachungen aus Weidengeflecht mit Lehmauswurf durch ein Poroton-Mauerwerk.

In den Feldern wurde umlaufend eine 2 x 1 cm Fuge eingearbeitet für die flexible Abdichtung mit Albon Dichtband.
Nach Aisit Spezial-Vorspritzmörtel Auftrag von Aisit Sanierputz Spezial in Schichtdicke bis zu 10 cm zum Ausgleich der sehr unebenen Wände. Dies gelang in mehreren Arbeitsgängen ohne Hohllagen und Rißbildung.
Die Bilder zeigen von links nach rechts den Baufortschritt von 1986-1992.
Baufortschritt von 1986-1992 Baufortschritt von 1986-1992 Der Ostgiebel konnte komplett erhalten werden, wobei die Entfernung der dicken Schicht alter Ölanstriche, gemischt mit Bitumenanstrichen, beim Sandstrahlen erheblich mehr Zeitaufwand erforderte als geplant.
Baufortschritt von 1986-1992 Baufortschritt von 1986-1992 Der mit Hartbrandziegeln neu gemauerte Sockel wurde mit Aida Kiesol verkieselt, mit Aisit Universalputz geputzt und erhielt abschließend eine druckwasserdichte, rißüberbrückende Beschichtung mit Sulfiton Dickbeschichtung.
Die Balkenschnitzereien waren nahezu verschwunden Restauriertes Eingangsportal Restauriertes Eingangsportal
Liebevoll restaurierte Eingangsportale zeigen die mit Rofalin Deckfarbe herausgearbeiteten historischen Balkenschnitzereien, die unter Öl-Bitumenschichten nahezu verschwunden waren.
Anobienbefall im Dachstuhl Durch den Holzsachverständigen Wießner wurde Hausschwamm und im Dachstuhl Anobienbefall festgestellt.

Die befallenen Partien wurden restlos entfernt und im Innenbereich durch intakte alte Hölzer ersetzt, die eine Imprägnierung zum vorbeugenden und bekämpfenden Holzschutz mit Aidol Multi GS erhielten.
Südseite Außen-Südseite: Wie der stabil gebliebene Schornstein zu erkennen gab, war das gesamte Haus im Laufe der Jahrhunderte um ca. 50 cm abgesackt; soviel tiefer lag der Fußschwellenbereich. Das sollte wieder zurückgebaut werden, um das Haus auf Höhe zu bringen.
Diese Maßnahmen wurden in Abstimmung mit dem Denkmalpfleger wandweise ausgeführt, d.h. es ist Wand für Wand hochgehoben, erneuert und ersetzt worden, bis das Haus wieder komplett auf Höhe war. Hierbei blieb das gesamte Fachwerk stehen. Dazu mußten 6-7 Tonnen Stahlträger als Unterfanghilfe eingebracht werden.
Die Südseite mußte komplett zurückgebaut werden, weil durch Maßnahmen in der Vergangenheit ungefähr 70% der Fachwerkfassade fehlten. Südseite
Südseite Ausgemauerte Südseite mit neu gelattetem Dach. Ein Großteil der Sparren ist durch neues Fichtenholz ersetzt worden, imprägniert mit Adolit CKB - P.
Fassadenschutz Putz: hoch dampfdurchlässiges System mit prägniergrund und Funcosil LA Siliconfarbe.
Fassadenschutz Holz: Grundierung mit Aidol Imprägniergrund bzw. Aidol Multi GS, zweimaliger Anstrich mit Rofalin Deckfarbe.
Südseite
Bestuhlungsplan für Erdgeschoß und Galerien der Gastwirtschaft.

Auf einer Grundfläche von 220 m2 entstanden:

Kellergeschoß: Versorgung, Heizung, Bierkeller, Sanitärräume
Erdgeschoß: Gasträume (Fleet mit Theke, große Diele mit Kamin, "Utlicht"-Gastraum), Spülküche, Windfang, Gäste-WC
Galerien: Eine kleine und eine große Galerie in offener Bauweise
Obergeschoß: Pächter- und Personalwohnung
Dachgeschoß: Personal-Appartement
Im Innenbereich wurden nur alte Hölzer verbaut, deren Substanz recht gut erhalten war. Nach einer Imprägnierung mit Aidol Multi GS für den bekämpfenden und vorbeugenden Holzschutz wurden die Flächen mit der Aidol Allzweck-Lasur überarbeitet, weil damit das alte Eichenfachwerk am besten zur Geltung kam. Aufgrund behördlicher Auflagen erfolgte abschließend eine Behandlung mit Dilutin Brandschutz.
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 08.02.2012
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