Wer "Schloß" hört, dem fallen so prachtvolle Schlösser wie in Brühl (Rheinland) oder gar in Versailles ein. Aber das
Wäscherschloß ist im Prinzip kein Schloß, sondern eine gut erhaltene, trutzige Burg zu Wäschenbeuren bei Lorch
im Schwabenland. Die Burg ging 1271 durch Tausch auf den Ritter Konrad von Staufen (genannt "Wascher") über und gilt als der Stammsitz des
Kaisergeschlechts der Staufer. Der Beiname "Wascher" übertrug sich später auf die Burg und die angrenzende Gemeinde.
Wäre nicht der um 1540 entstandene Fachwerkbau, so sähe die Burg heute reichlich kantig und wenig einladend aus. Sehr einladend ist
jedoch die Landschaft - vor allem für Wanderer und Radtouristen. Vom Wäscherschloss, über 430 m hoch gelegen, genießt man
einen wunderschönen Weitblick auf die "Kaiserberge" der Schwäbischen Alb, nämlich den Hohenstaufen, den Rechberg und den Stuifen.
Burg Wäscherschloss, so der offizielle Name, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich; zeitweise gehörte sie Österreich,
ehe sie in den Besitz der Württembergischen Könige überging. Um 1699 wurde die Burg jedenfalls "schloßartig" umgebaut und
führt seit dieser Zeit im Volksmund die Bezeichnung Wäscherschloß. Überhaupt der Volksmund! Einer Sage nach soll der
legendäre Kaiser Barbarossa eine Geliebte gehabt haben, eine Wäscherin, der er die Burg vermacht haben soll. Heute ist die Burg
Eigentum des Landes Württemberg-Baden, was den Vorteil hat, dass man die Burg für Feierlichkeiten aller Art anmieten kann. |
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Ansonsten finden auf dem Burgengelände Ritterspiele statt (wozu hat man auch einen Rittersaal in dem Fachwerkbau?) und mittelalterlichen
Musikfeste, zumal im 2. Stock der Burg eine Sammlung mittelalterlicher Musikinstrumente untergebracht ist.mDen Fachwerkfreund wird indes
besonders erfreuen, dass rund um das Wäscherschloß eine Reihe von Fachwerkgebäuden steht, darunter der Gasthof
Wäscherschloß (Foto), der sich seit sieben Generationen im Besitz der Familie Kaißer (also auch ein "Kaiser") befindet.
Im Teich quacken sommers die Frösche und wetteifern dabei mit den mittelalterlichen Musikanten, sofern auf dem benachbarten Schloß
gerade mittelalterliche Musik dargeboten wird. Ansonsten rauschen hier mächtige Linden, wenn der Wind über die Alb weht. Im
übrigen ist hier Ruhe, nichts als Ruhe und natürlich Natur. |
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