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Das Herzberger Welfenschloss und seine wechselvolle Geschichte |
Erstmals erwähnt wurde die Burg Herzberg 1143. Damals bestand sie aber noch nicht aus dem beeindruckenden Fachwerkbau, der heute die
Besucher der Harzstadt Herzberg so fasziniert. Es war eine Burg aus Stein, die 1158 an Heinrich den Löwen ging, damals Herzog von Sachsen
und Bayern. Dieser legendäre Herzog aus dem Geschlecht der Welfen und Vetter des nicht weniger legendären Kaisers "Barbarossa"
führte ein wechselvolles Leben, überwarf sich mit seinem Kaiser, ging ins Exil nach England und starb schließlich machtlos,
aber nicht seiner Lehen verlustig, 1195 in Braunschweig. |
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Das Welfenschloss in Herzberg in seiner heutigen Form wurde nach einem großen Brand um 1510 im Fachwerkstil neu errichtet. Es ist das
größe Fachwerkschloss in Niedersachen, das zwischen 1983 und 1985 umfassend und fachkundig restauriert worden ist. Die
Schloßanlage bildet einen Vierflügelbau um einen annähernd rechteckigen Hof von 58 x 40 m Seitenlänge. Der am Steilhang
zum Siebertal errichtete nordöstliche Trakt trägt den Namen "Sieberflügel" und beherbergt heute das Amtsgericht.
Herzog Georg von Calenberg, Stammvater der Kurfürsten und Könige von Hannover, hatte hier bis 1636 seine Residenz. Ein
Nachfahr, Kurfürst Georg Ludwig, wurde als Georg I. König von England. Heute trifft man in dem Schloß keine Welfen mehr an,
es dient den Bürgern und Besuchern als Baudenkmal und Museum. Eine der seltenen Faksimiles des berühmten Evangeliars (illustriertes
Gebetbuch) von Heinrich dem Löwen ist hier ausgestellt, auch steuerte das Königshaus Hannover und andere Museen Leihgaben bei. Eine
Forstausstellung ist hier ebenfalls zu sehen. Im Rittersaal finden Konzerte und Tagungen statt.
Und ein Schloßrestaurant gibt es inzwischen hier auch. Der historisch interessierte Besucher kann also bei einem Glas englischen Tees
darüber nachdenken, auf welch wechselvolle Weise das Geschlecht der Welfen seit Heinrich dem Löwen mit dem britischen Königshaus
in Verbindung steht.
Auf das über 900 Jahre alte Schloss gelangt man über einen schmalen Wanderweg. Dort oben findet man dann das beliebteste
Postkartenmotiv, nämlich den Fachwerk-Schloßturm mit achteckiger Haube, Stunden- und Minutenuhr sowie reichlichem figürlichem
Schnitzwerk. Der Fachwerkbau selbst ist inzwischen fast 500 Jahre alt. Was beweist uns diese Jahreszahl? Sie beweist uns, welcher wunderbarer
Baustoff doch das Eichenholz ist und mit welcher Kunstfertigkeit die Baumeister und vor allem die Zimmerleute der Renaissance zu Werke gingen.
Wir danken der Stadt Herzberg
für die zur Verfügung gestellten Fotos und Informationen. |
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