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Elektrosmog - wie entsteht er, wie kann man sich schützen?
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Dem Zeichen des Fortschritts kann sich hierzulande keiner entziehen. Der Tag beginnt mit dem Einsatz von Elektrogeräten wie
beispielsweise elektrischem Wecker, elektrischer Zahnbürste oder Toaster. Auf dem Weg zur Arbeit begegnet einem wieder überall
Elektro-Elektro-Elektro. Ein Auto wird immer mehr zu einem elektronischen Spielzeug, die Straßenbahn fährt mit Strom und das
immerwährende Handygebimmel gehört mittlerweile zum Standard bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Manche Menschen
bekommen schon Panikattacken, wenn der Akku ihres Handys den Geist aufgibt. Sie könnten ja etwas Wichtiges verpassen. Auch im
Büro wird man von "elektronischen Angriffen" nicht verschont. Computer sind heute selbstverständlich. Doch auch schnurlose
Telefone, Kopierer und die Beleuchtung sorgen für ein "spannendes" Umfeld. |
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Kommt man abends nach Hause, sorgen Fernseher, Radio und DVD-Player für gute Unterhaltung und die Mikrowelle für
stressfreies Kochen ohne Arbeit. Fertigmenü rein, Mikrowelle an und schon ist das Essen fertig. Die Liste an Beispielen für den
Gebrauch von Elektrogeräten ließe sich unendlich fortsetzen. Doch eines dürfte klar geworden sein: Jeder Mensch wird der
Elektrizität ausgesetzt, und dies bringt nicht nur Vorteile. Denn wo Elektrizität drin ist, kommt auch Elektrizität raus, ein
elektrisches Feld und der sogenannte Elektrosmog entstehen. Dazu muß das Gerät noch nicht einmal "auf Sender" sein, der
stand-by Modus reicht vollkommen aus. Lange Zeit wurden elektrische Wellen als harmlos eingestuft, doch mittlerweile wird die Zahl der
Skeptiker größer. Vielleicht beeinflußt Elektrosmog unser Befinden ja doch und ist verantwortlich für so manche
Krankheit? |
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Definition Elektrosmog
Entstanden ist der Begriff "Elektrosmog" Ende der siebziger Jahre. Sein Wortbestandteil "smog" setzt sich aus den beiden englischen
Worten "smoke" (Rauch) und "fog" (Nebel) zusammen. Nimmt man die eigentliche Bezeichnung für Smog (Dreck) hinzu, bedeutet
Elektrosmog die "Verunreinigung" der menschlichen Umgebung mit elektromagnetischer Strahlung. Im Gegensatz zum "normalen" Smog
ist Elektrosmog jedoch nicht zu sehen oder zu riechen. Er läßt sich nur mit besonderen Elektrosmog-Messgeräten aufspüren
und nachweisen. Für den Laien ist Elektrosmog gleich Elektrosmog, der Experte unterscheidet jedoch zwischen verschiedenen Arten von
Elektrosmog. Überall, wo elektrische Leitungen und Elektrogeräte am Stromnetz angeschlossen sind, verursachen sie in der
näheren Umgebung elektrische Wechselfelder. Es muß dabei gar kein Strom verbraucht werden. |
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Durch fließenden elektrischen Wechselstrom in Geräten, Installationen, Leitungen, Motoren, Spulen, Trafos und anderen
Stromverbrauchern entsteht beim Einschalten der Geräte zusätzlich ein magnetisches Wechselfeld. Damit all diese Geräte mit
Strom versorgt werden können, mußten umfangreiche Einrichtungen zur Erzeugung und Verteilung der Energie geschaffen werden. Das
fängt beim Kraftwerk an, geht weiter über Umspannstationen und Hoch- und Mittelspannungsleitungen bis hin zur heimischen
Hausinstallation. Auch hier entstehen elektrische und magnetische Felder. Für Rundfunk und Fernsehen, Amateur- und Mobilfunk,
Telekommunikation, Radar, militärische Überwachung oder Richtfunk strahlen leistungsfähige Sender elektromagnetische Wellen
aus. Elektromagnetische Wellen werden kabellos in höheren Frequenzen ausgesendet, wobei elektrische und magnetische Felder zu einer
elektromagnetischen Welle verschmelzen. Diesen künstlich erzeugten Feldern sind wir praktisch überall, ob wir wollen oder nicht,
ausgesetzt. Zusätzlich wirken auf uns noch das durch die Erdanziehung entstehende Schwerefeld und andere natürliche elektrische und
elektromagnetische Felder ein. |
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Wie groß sind die elektrischen Felder?
Elektrische und magnetische Felder werden in unterschiedlichen Maßeinheiten gemessen. Während das elektrische Feld in Volt pro
Meter (V/m) gemessen wird, mißt man das magnetische Feld in der Maßeinheit Tesla (T). Da die Stärke des Magnetfeldes sehr
viel geringer als ein Tesla ist, wird sie in Millionstel-Tesla (µT) angegeben. |
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| a) elektrische Felder |
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- natürliche elektrische Felder, z.B. abhängig vom Wetter: 100 - 20.000 V/m |
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- technische elektrische Felder, z.B. Freileitungen: 1.000 - 6.000 V/m |
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- gerätespezifische elektrische Felder, z.B. Staubsauger 2 ? 450 V/m |
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| b) magnetische Felder |
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- natürliche magnetische Felder, z.B. Magnetfeld der Erde 40 µT |
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- technische magnetische Felder, z.B. Freileitungen 10 µT |
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- gerätespezifische magnetische Felder, z.B. Handy 0,5 µT |
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- medizintechnische magnetische Felder, z.B. Kernspintomographie 15 µT |
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So wirkt Elektrosmog
Lange Zeit herrschte die Meinung vor, daß die Gefahren von Elektrosmog reine Panikmache seien. Diese Meinung wurde mittlerweile
widerlegt. Es ist inzwischen durchaus anzunehmen, daß Elektrosmog sehr vielfältig auf den Menschen einwirkt. Doch nicht jeder
Mensch reagiert gleich stark und mit den gleichen Symptomen auf die Einwirkungen von Elektrosmog. Je nach Veranlagung sprechen manche
Menschen sehr sensibel auf elektromagnetische Wellen und Felder an, andere hingegen spüren überhaupt nichts.
Darüber hinaus hängen die Auswirkungen auch mit der Frequenz und der Intensität der einwirkenden Strahlung zusammen.
Aber auch individuelle Eigenschaften wie Körperform und Körpergröße spielen eine Rolle. Typische Symptome, die durch
Elektrosmog verursacht werden können, sind beispielsweise Schlafstörungen, Nervosität, Kopfschmerzen, Müdigkeit,
Verspannungen und Gedächtnisstörungen. Treten die Belastungen länger auf, können sogar Herzrythmusstörungen,
Atembeschwerden sowie Seh- und Hirnstörungen auftreten. |
Elektrosmog und Mobilfunk
Das Bewußtsein vor den Gefahren
des Elektrosmogs wurde vor allem durch den in den vergangenen Jahren rasant steigenden Mobilfunkmarkt gestärkt. Zahlreiche Diskussionen
zwischen Mobilfunkgegnern und Mobilfunkbefürwortern waren die Folge. Beide Seiten glauben mit Gutachten die Allgemeinheit auf ihre Seite
ziehen zu können. Die einen schieben Kopfschmerzen oder andere Beschwerden auf andere Umwelteinflüsse, wie beispielsweise die
Luftverschmutzung. Die anderen sagen, daß schon die minimalste Belastung durch künstliche elektromagnetische Wellen fatale
Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Doch Klarheit wird damit nicht geschaffen, wenn sogenannte Experten zu völlig
unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Keiner kann momentan genau sagen, welche Auswirkungen die Sendemasten und das Handy auf den menschlichen
Körper haben. Einflüsse auf das zentrale Nervensystem und kognitive Funktionen sowie Auswirkungen auf Herzerkrankungen werden
vermutet.
Unbestritten ist jedoch, daß die hochfrequenten Wellen der Mobilfunkanlagen zu einer Erwärmung des Körpers führen.
Kurzzeitige Erwärmungen wie beispielsweise beim Sport gleicht der Körper durch Schwitzen aus. Doch die Strahlung der Sendemasten ist
immer da und damit ist auch die Erwärmung der Körpertemperatur permanent. Laut Gesetz müssen aber bestimmte Grenzwerte
eingehalten werden. Damit sollen gesundheitliche Auswirkungen durch den Mobilfunk ausgeschlossen sein. Ein Streit der Gelehrten über
diesen Grenzwert läßt bei der Bevölkerung zudem kein beruhigendes Gefühl aufkommen. Es läßt sich auch wirklich
manchmal schlecht feststellen, ob die Kopfschmerzen von der schlechten Luft, dem Elektrosmog oder von zuviel Alkohol kommen. |
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Wie kann man sich vor Elektrosmog schützen?
Auch wenn Sie glauben, daß die Gefahren durch Elektrosmog nur Panikmache und Humbug seien, sollten Sie das Risiko nicht herausfordern.
Wer weiß schon, was in zwanzig Jahren sein wird? Bei Asbest hatte man zunächst auch keine Bedenken, und was ist jetzt? Es gibt
einige Möglichkeiten, sich im privaten Umfeld vor Elektrosmog zu schützen. Sind Sie unsicher, wie stark die Belastung in Ihrer
Wohnung ist, können Sie eine Elektrosmog-Messung vornehmen lassen und somit die "schlimmsten" Gefahrenherde eliminieren. Ansonsten gibt
es einige Grundregeln, die zu einem Schutz vor elektromagnetischer Strahlung führen:
- Jedes elektrische Gerät sollte nach Gebrauch sofort abgeschaltet werden. Die Beleuchtung nur einschalten, wenn sie wirklich
benötigt wird.
- Bei Geräten, die nach dem Abschalten mit einem Teil ihrer Schaltung unter Strom bleiben (stand-by) wie beispielsweise Radio oder
Fernseher, sollte man den Netzstecker bei Nichtgebrauch ziehen.
- Viele alte Geräte wie zum Beispiel Fernseher oder Computer haben eine sehr hohe Strahlenwirkung. Beim Kauf eines neuen Geräts
darauf achten, daß es strahlungsarm ist.
- Backstein- oder Betonmauern können elektrische Felder stark reduzieren oder sogar abschirmen. Holzwände müssen
gegebenenfalls durch eine Spezialfolie abgeschirmt werden.
- Bei magnetischen Feldern hilft dagegen nur, einen möglichst großen Abstand zwischen sich und der Quelle zu bringen. Fernseher,
Radio und andere Geräte mit Trafo sollten aus dem Schlafzimmer entfernt werden.
- Im Schlafzimmer sollte auf elektrische Fußboden- und Nachtspeicherheizungen sowie auf elektrische Heizdecken und elektrisch
beheizbare Wasserbetten verzichtet werden.
- Verwenden Sie im Innenraum keine Materialien, die zu statischen Aufladungen neigen. Zu empfehlen sind natürliche Materialien wie
Stein, Holz, Kork, Linoleum, Ziegenhaar, Baumwolle usw.
Holz schützt wie bereits erwähnt nicht vor elektrischen Feldern. Die Fertighausindustrie hat jedoch auf die
mögliche Gefährdung durch Elektrosmog reagiert und bietet Häuser an, die mit einer Schutzhülle gegen elektromagnetischen
Wellen ausgestattet sind. Auch bei Fenstern und Türen wird verstärkt Wert auf den Schutz vor Elektrosmog gelegt. |
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