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Fenster und Türen - Begriffe und Konstruktionen


Jeder Beruf hat sein Fachchinesisch - beim Bau ist es nicht anders. Aus diesem Grund wollen Ihnen die Info-Dienste "baumarkt.de" und "fertighaus.de" auch die Begriffe aus dem Bereich Fenster und Türen sowie anhand von Zeichnungen die Konstruktionsmerkmale erläutern.

Die Teile eines Fensters oder einer Tür:
1 der Sturz
2 das Oberlicht
(Mehrzahl: Oberlichte)
3 Rahmen
(vorwiegende Bezeichnung
bei Fenstern)
Zarge oder Stock
(vorwiegende Bezeichnung
bei Türen)
4 Flügel
(vorwiegende Bezeichnung
bei Fenstern)
Blatt oder Vollbautüre
Die Bezeichnungen "Zarge" bzw. "Stock" für ein- und denselben Gegenstand sind landsmannschaftlich bedingt. Während man unter "Türblatt" eine Konstruktion aus einem Material versteht, also z.B. ein Türblatt aus Holz oder Glas, wird unter einer "Türfüllung" eine Konstruktion aus einem oder mehreren Materialien verstanden, die zunächst in einen Rahmen eingepaßt werden müssen, ehe sich daraus die Tür ergibt (Beispiel bleiverglaste Tür).

Tauchen die Begriffe "Gangflügel" oder "Gehflügel" auf, so wird darunter der Flügel einer mehrflügeligen Türanlage verstanden, der zuerst geöffnet werden muß, um durchgehen zu können. Wo ein "Gehflügel" ist, ist ein "Stehflügel" nicht weit. Darunter versteht man jenen Flügel, der erst dann bewegt werden kann, wenn der sog. "aktive Flügel" oder "Hauptflügel" geöffnet worden ist. Fenster und Türen weisen einen oder mehrere Falze auf, wodurch das Eindringen von Luft teilweise oder ganz verhindert wird. Die Seite eines Flügels, die an der gefälzten Seite des Rahmens liegt, wird "Schließfläche" genannt.

"Laibung" ist die Wandfläche zwischen dem eingebauten Fensterrahmen und der Außenseite der Außenwand- bzw. der Innenwand.

Wird ein Tür- oder Fensterflügel geschlossen, so trifft dieser auf den "Anschlagspunkt". Das kann der Rahmen oder die Zarge (der Stock) sein, das kann aber auch ein "Pfosten" sein, also ein vertikales Element, an das zwei- oder mehrflügelige Fensterrahmen anschlagen.

Normalfall ist, daß zwei- oder mehrflügelige Fenster gegen diesen Pfosten oder "Holm" angeschlagen werden. Auch heute noch im Angebot sind jedoch sogenannte "Stulpfenster", wie man sie in historischen Gebäuden häufig antrifft und die zur Zeit unserer Urgroßeltern üblich waren. Hierbei wird der "passive" Flügel im Fensterrahmen arretiert, der "aktive" über den Schließmechanismus dann mit dem "passiven" Flügel verbunden.

Doch bevor wir uns weiter an die Begriffsbestimmungen machen, wollen wir uns doch eine weitere Zeichnung ansehen. Die Teile 1 bis 3 kennen wir ja schon.
5 der Kämpfer
(horizontale Unterteilung
eines Fensters)
6 Mittelpfosten oder
Steher
7 Sohlbank oder
Unterstück (des Fensterstocks)
Schwelle
(bei Türen)
8 Sprosse
9 Stock-Oberstück
bzw. Zargen-Querstück
10 Unterlicht(e)
Soll die Öffnung zwischen Zarge/Stock und Wand verkleidet werden, spricht man folgerichtig von einer "Verkleidung" oder "Abdeckung". Die "Sprosse" ist ein Profil zur Unterteilung eines Fensters für den Einbau von kleineren Scheiben. Unter "Beschlag" versteht man alle (Metall)Teile, durch die sich Tür oder Fenster öffnen lassen - also Schloß, Bänder usw. Das "Band" ist nun jenes Metallteil, das Tür oder Fenster mit der Wand verbindet und das eine Drehbewegung der Tür oder des Fenster erlaubt. Wobei wir beim "Dichtungsband" sind, unter dem man ein Band bzw. einen Streifen aus elastischem Material versteht, der das Durchdringen von Luft bzw. das Eindringen von Wasser verhindern soll.

Fenster- und Türbauer bezeichnen in diesem Zusammenhang als "Luftdurchlässigkeit" die Eigenschaft einer geschlossenen Tür oder eines Fensters, unter einem "Differenzdruck" Luft durchgehen zu lassen. Mit "Differenzdruck" wird der Unterschied zwischen dem absoluten Luftdruck auf der Außenseite zum absoluten Luftdruck auf der Innenseite bezeichnet und in der Maßeinheit Pascal (Pa) angegeben. Man spricht von einem positiven Differenzdruck, wenn der Außendruck höher als der Innendruck ist - dementsprechend ist der negative Differenzdruck genau das Gegenteil.

Bei Fenstern oder Türen, die sich nur in eine Richtung öffnen lassen, spricht man von "Einfachfunktion", läßt sich eine Tür oder ein Fenster nur zum Teil öffnen, so weist sie eine "Öffnungsbegrenzung" auf. Ein Doppelfenster muß grundsätzlich keine 2-Scheiben-Isolierverglasung aufweisen, vielmehr besteht ein Doppelfenster aus einem äußeren und inneren Fensterflügel, wobei beide Flügel nach innen öffnen können oder ein Flügel nach außen und einer nach innen. Ein "Verbundfenster" weist eine Verglasung aus zwei oder mehr Scheiben auf, die fest miteinander verbunden sind und deren Zwischenräume mit Gas oder Luft gefüllt sind, im Umgangsdeutsch spricht man dabei oft von "Isolierverglasung". Die Glasscheiben können dabei untereinander kombiniert sein, also z.B. Sicherheitsglas und Schallschutzglas (siehe dazu auch unseren Fachbeitrag "Glasarten im und am Haus").

Ein "Kastenfenster" ist lt. Vorschlag zur EU-einheitlichen Norm ein Fenster, welches einen oder mehrere Flügelrahmen aufweist. Damit k a n n ein Doppelfenster gleichzeitig auch ein Kastenfenster sein. Ist bei einem solchen Kastenfenster ein Flügel nicht zu öffnen, so spricht man von einem Kastenfenster mit "feststehendem Flügel" oder von einem "fixierten Fenster". Was ein Schiebefenster ist, weiß jedermann, die Fachbezeichnung lautet jedoch "Schiebeflügel". Womit wir dann an die Stelle gekommen sind, in der wir anhand einiger Zeichnungen die verschiedenen Konstruktionsmerkmale erläutern wollen.
Einflügeliges Drehflügelfenster,
nach innen öffnend
Wendefenster
(in diesem Fall links öffnend), der Drehbeschlag ist genau mittig angebracht
Wendefenster, jedoch mit einer außermittigen Konstruktion Vertikalschiebefenster mit feststehendem und verschiebbarem Flügelrahmen
Schwingfenster, mittig angeschlagen Schwingfenster, außermittig angeschlagen
Vertikalschiebefenster, beide Flügel lassen sich verschieben
Horizontalschiebefenster, beide Flügel lassen sich verschieben Horizontalschiebefenster mit feststehendem und verschiebbarem Flügel
Hebeschiebekippfenster Hebeschiebefenster
Schiebedrehfenster nach außen Senkklappenfenster
Drehkippfenster (in Deutschland besonders gebräuchlich) Faltfenster, entsprechend dazu Falttür
Klappflügelfenster Kippflügelfenster
Glasrahmen feststehend schräg Schrägelement mit Dreh- oder Kippflügel
Glasrahmen feststehend schräg Schrägelement mit Dreh- oder Kippflügel
1-flgl. Dreh-Kipp-Fenster mit Rundbogen-Oberlicht feststehend 2-flgl. Dreh/Dreh-Kipp-Fenster mit feststehenden Segmentbogen-Oberlicht
3-teiliges Element bestehend aus:
2 x Festelement
1 x Dreh-Kipp-Fenster
Terrassen Element bestehend aus:
1 x Dreh-Kipp-Balkontür
1 x Dreh-Kipp-Fenster
Giebel-Elemente bestehend aus:
2 x Festelement schräg
1 x Dreh-Kipp-Balkontür
Giebel-Element bestehend aus:
2 x Schrägelement Dreh
1 x Dreh-Kipp-Balkontür
Lamellenfenster, entsprechend dazu Faltschiebetür oder Harmonikatür
Drehflügeltür Zweiflügelige Drehtür
Schiebetür (nach rechts öffnend, vor der Wand laufend) Schiebetür (nach rechts öffnend, in der Wand laufend)
Rundbogen-Tür Korbbogen-Tür
Stichbogen-Tür Karusseltür
Standardmaße gibt es im Türbereich. Bei Haustüren beträgt das Standardmaß 110 x 210,5 cm . Bei Innentüren beträgt die Höhe 201 cm, die Breite hat verschiedene Standards: 61,5 - 76 - 88,5 und 101 cm, wobei die zukünftige Norm für Innentüren bei 206 cm Höhe liegen wird, da bekanntlich die Menschen immer größer werden. Auch bei Fenstern, die in Baumärkten und Baustoffhandlungen ab Lager geholt werden können, gibt es ca. 20 Standardmaße zwischen 48 x 63 und 99,5 x 215 cm, jedoch gilt sowohl für den Architekten als auch für das einschlägige Handwerk: Jedes Fenster wird individuell ausgemessen und gefertigt.

Sicherheitsfenster oder -türen, Brandschutzfenster oder -türen, Schallschutzfenster oder -türen sowie Hauseingangstüren sind Sonderausführungen hinsichtlich der Beschaffenheit von Glas, Rahmen, Füllung, Zargen und Schließmechanismus. Über die verschiedenen Glasarten, die vor Feuer, Einbruch und Überfall schützen, erhalten Sie Informationen, wenn Sie hier klicken.

Interessant sind in diesem Zusammenhang die Testergebnisse der Stiftung Warentest über Sicherheitsfenster bzw. Hauseingangstüren, veröffentlicht in der Zeitschrift TEST Nr. 10 und 11/1997 (Anschrift: Vertriebsabteilung TEST, Postfach 304141, 10724 Berlin)
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