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Renaissance-Fachwerk in historischer Fürstenstadt |
Landschaftlich reizvoll gelegen zwischen Lahntal und Westerwald findet sich die historische Fürstenstadt Hadamar. Zahlreiche
Bauwerke zeugen noch von dieser fürstlichen Vergangenheit. Allen voran die prächtige Renaissance-Schlossanlage, die spätgotische
Liebfrauenkirche (14./15. Jh.), die barocke Stadtpfarrkirche und das Rathaus im Renaissancefachwerk. Das Gebäude wurde 1639 vom
fürstlichen Amtmann Andreas von Meuser erbaut und befindet sich seit 1818 im Besitz der Stadt. Das Gebäude dominiert den
Untermarkt. Auffällig sind vor allem die reichen und farbigen Dekorschnitzereien im Eingangbereich. Besucher des Rathauses werden
mit der Inschrift "Friede dem Eintretenden - ein Gruß dem Scheidenden" begrüßt und verabschiedet. Neben den Schnitzereien spiegelt
vor allem das Glockentürmchen den Reichtum des kleinstädtischen Bürgertums im 17. Jahrhundert wider. Das Rathaus wurde in den
vergangenen Jahren aufwendig restauriert und die Fachwerkbalken erstrahlen wieder in frischem Rot, das ursprüngliche Ochsenblut
imitierend.
Das Wahrzeichen der Stadt ist das Renaissanceschloss mit der Evangelischen Schlosskirche. Der prächtige Fürstensaal, dessen Decke
elegante Stuckarbeiten zieren sowie der romantische Schlosshof sind Kulisse zahlreicher Konzerte, deren Spektrum von der
klassischen bis hin zur zeitgenössischen Musik reicht. Erbaut wurde das Schloss vom Grafen Johann Ludwig von Nassau-Hadamar
(1590–1653), der das alte Wasserschloss von 1612 bis 1629 zum Renaissance-Schloss erweitern ließ. Als der Graf 1650 vom Kaiser zum
Fürsten ernannt wurde, war Hademar ganz plötzlich Residenzstadt. Das war der Verdienst dafür, dass er als Generalbevollmächtigter des
Kaisers die Friedensverhandlungen des Westfälischen Friedens leitete, die schließlich den Dreißigjährigen Krieg beendeten.
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