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Weitere Beiträge finden Sie in folgender Rubrik: Basis-Informationen über das Fachwerk

Die Begriffe im Fachwerkbau anschaulich erklärt


"Der Mann ist vom Fach!", sagt man anerkennend - und denkt nicht darüber nach, dass diese Redensart aus dem Zimmermanshandwerk stammt, wo mach fachgerecht Gefache im Fachwerkbau hergestellt hat.

Aus der

Blütezeit

des Fachwerkbaus haben sich einige Fachausdrücke bis heute erhalten, moderne Bezeichnungen sind hinzugekommen. Wir nennen die wichtigsten anhand einer Zeichnung. "Der kommt mir nicht über Schwelle!", sagt man noch heute. Und denkt aber nicht daran, dass die

Schwelle Wesensbestandteil eines Fachwerkhauses

ist.
Aufbau eines Fachwerkhauses

Wem die obige Kurzdarstellung nicht genügt, dem zeigen wir anhand eines historischen Fachwerkbaus, nämlich des Rathauses von Michelstadt, weitere Begriffe auf - sortiert nach waagrechten, senkrechten und schrägen Hölzern.

Die waagerechten Hölzer:

Schwelle

unterster Balken einer Fachwerkwand auf den die Ständer aufgestellt wurden, die Schwelle wurde meist in den Eckständer eingezapft

Fußriegel

wird dieses unterste Holz dann genannt, wenn es etwas angehoben wurde, die Unterkante des Fußriegels liegt also höher als die Standfläche der Ständer

Riegel

alle horizontalen Hölzer der Wand zwischen Schwelle und Rähm, an die Ständer zunächst durch Überblattungen, später mit Zapfen angeschlossen. Im Michelstätter Rathaus sind die Riegel mit den abgestrebten Hauptständern verzapft, mit den Streben aber noch überblattet

Brüstungsriegel

Riegel in Höhe der Fensterbrüstung

Kopfriegel

oberer Riegel der Fachwerkwand

Sturzriegel

Riegel in Höhe des Fenstersturzes

Rähm

oberstes Holz der Fachwerkwand auf dem die Deckenbalken aufliegen; Längsbalken unter Kehlbalken

Balken

auf Biegung beanspruchtes Holz, insbesondere Deckenbalken

Unterzug

Balken, der die Deckenbalken im Raum trägt

Jochbalken

Verstärkung des Unterzuges für dessen Auflagerung auf Säulen

Wechselbalken

Quer zur Deckenbalkenlage eingebauter Balken bei Aussparungen in der Decke z.B. für Treppen oder Schornsteine

Kehlbalken

Querbalken zwischen Sparren beim Sparrendach

Hahnenbalken

oberster Kehlbalken

Pfette

Längsbalken direkt unter Sparren (Mittelpfette, Firstpfette)

Zangen

auf Zug beanspruchte Hölzer zwischen Sparren beim Pfettendach

Die senkrechten Hölzer:

Pfosten / Pfahl

im Erdreich eingegraben, dadurch im statischen Sinne teilweise eingespannt, also auch ohne zusätzliche Sicherung verwendbar

Hängepfosten

abweichend von der Definition noch als Bezeichnung für senkrechtes, in der Konstruktion hängend eingebautes Holz gebräuchlich

Ständer

stehendes Holz einer Fachwerkwand, auf Schwelle, Sockel oder Fundament aufgestellt (nicht eingespannt)

Eckständer

Ständer in der Ecke zweier Wände

Bundständer

Ständer, in den eine Zwischenwand eingebunden ist

(Stiel)

ältere Bezeichnung für Ständer, z.B. von Heinrich Winter verwendet, heute nur noch für untergeordnete Ständer neben Fenster o.ä. gebraucht

Kaiserstiel

Mittelständer oder Säule eines Zeltdaches

Säule

freistehendes Vertikalholz, meist angefast und verziert. In Wortverbindungen für Ständer der Dachkonstruktion noch üblich, da diese ursprünglich Rundhölzer waren

Stuhlsäule

senkrechte oder geneigte Unterstützung des Rähms oder der Pfette

Firstsäule

Ständer im Giebelfachwerk oder Dachwerk, der bis zum First durchgeht und ursprünglich eine Firstpfette trug
Fachwerk mit Andreaskreuz

Die schrägen Hölzer:

Schwertungen

im Geschoß- bzw. Ständerbau, brett- oder bohlenartige Aussteifungen der Fachwerkwand

Band: Fuß- oder Kopfband

auf Zug beanspruchtes Holz zur Sicherung zwischen Ständer und Schwelle (Fußband) oder Rähm (Kopfband), verblattet

Strebe

auf Druck beanspruchtes Holz,anfangs verblattet, später verzapft

Fußstrebe

von der Schwelle zum Ständer hin ansteigend eingebaut

Kopfstrebe (Bug)

vom Ständer zum Rähm hin ansteigend eingebaut

Wandstreben

zwischen Schwelle und Rähm eingebaute Strebe

Knagge

dreieckförmige Vollholzstrebe zur Sicherung des Fuß- oder Kopfbereiches eines Ständers

Andreaskreuz

sind kreuzweise Streben, die miteinander verblattet sind. Die Bezeichnung geht auf den heiligen Andreas zurück, einem Bruder von Petrus. Andreas war der Apostel Kleinasiens, Konstantinopels und der Russen, er wurde in Patras an ein Kreuz aus zwei schrägen Hölzern geschlagen
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 11.02.2012
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