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Weitere Beiträge finden Sie in folgender Rubrik: Historische Fachwerkbauten (nicht nur) in Deutschland

Die Obermühle in Höxter mahlte einst für einen Abt


Obermühlen gibt es viele in Deutschland, gut erhaltene in Fachwerkbauweise nur wenige. Eine davon steht in Höxter an der Weser und heute unter Denkmalschutz. Nicht das Wasser der Weser trieb die Mühlsteine an, sondern das Wasser des Flüsschens Grube – daher der Name Obermühle an der Grube. Drei Mahlsteine hatte die Mühle – zwei für Korn, einen für Ölfrüchte wie etwa Bucheckern und für Ölsaaten. Daraus wurde gleich in der Mühle Öl gepresst.

Die Mühle gehört um 1305 dem Abt des Benediktinerklosters Corvey getreu dem Motto, dass Gottes Mühlen langsam, aber sicher mahlen – und in diesem Fall auch einträgliche Renditen abwarfen. Jedenfalls wurde die Mühle an die Stadt verpachtet für den damals stolzen Preis von 15 Solid, das waren reine Goldmünzen.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Pächter und Inhaber sehr häufig. Irgendwie muss die Mühle wieder an das Kloster zurück gefallen sein, denn 1783 der „Obermüller“ Joseph Hartmann die Mühle „auf Erb und Zins“ von den Mönchen kaufte.

Obermüller konnte nur werden, wer Bürger von Höxter war und das ließ sich die Stadt um 1840 vielen goldenen 29 Talern bezahlen. Die Mühle, zu der auch Garten- und Ackerflächen gehörten, war aber ein wertvolles Gewerbeobjekt, das um 1836 einen Taxwert von 500 Goldtalern besaß. Das dürfte nach heutigem Wert ein knapp siebenstelliger Eurobetrag gewesen sein.

Der letzte Obermüller hieß – nomen est omen – Ernst Müller. Jener Müllermeister Müller betrieb die Mühle bis 1956, ehe sie ein reines Büro- und Wohnhaus wurde. Heute steht sie schön restauriert in der Weserlandschaft und beherbergte zunächst ein Café und inzwischen einen „Griechen“, also ein griechisches Restaurant. Dort verwendet man reichlich hochfeines Öl – aber aus griechischen Oliven.

Foto: Spunky, Wiki-Projekt Ostwestfalen-Lippe

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 23.05.2012
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