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Ein Fachwerkhaus sanieren, was ist zu tun?


Das Ausfachen mit Lehm
Das Putzen der Lehmgefache
Das Ausfachen mit Steinen
Wie verhindert man das Herausfallen der Steine?
Das Ausfachen mit Lehmbauplatten
Putzen von ausgemauerten Fachwerk-Gefachen
Holzschäden fachgerecht sanieren
Der Holzschutz im Fachwerkbau
Der Anstrich verputzter Fachwerkhaus-Gefache
Die Sanierung von Fachwerkhäusern erfolgt überwiegend in Eigenleistung des Bauherrn. Das ist verständlich, denn eine fachgerechte Sanierung durch in der Denkmalspflege erfahrene Handwerker ist nicht gerade billig. Leider aber wird von Laien auch viel "kaputtsaniert" - der gute Wille ist da, aber nicht das know-how oder das Können (und manchmal fehlt beides). Hier will "fachwerkhaus.de" Hilfestellung geben, damit wertvolle Haussubstanzen nicht verlorengehen. Unsere Hinweise ersetzen aber nicht das Wissen und Können spezialisierter Architekten oder Zimmermeister. Trauen Sie sich bitte nicht zuviel zu! Generell sind unsere Informationen nach bestem Wissen verfaßt worden, gleichwohl lehnen wir eine Haftung für die Richtigkeit ab.

Das Ausfachen mit Lehm



Lehm: Verwitterungsprodukt aus einer Mischung von Ton, Schluff (Ton mit Korngrößen von0,002 bis 0,06mm), Sand, Kies (ab 2 mm Korngröße)

bindige Bestandteile sind: Ton und Schluff
sogenannte rollige Bestandteile sind: Sand und Kies

magerer Lehm:

fetter Lehm:

10% Tonanteil über 20% Tonanteil
geringere Bindekraft höhere Bindekraft
geringere Wasseraufnahmefähigkeit höhere Wasseraufnahmefähigkeit
geringeres Quell- und Schwundverhalten höheres Quell- und Schwundverhalten
Früher war Lehm ein sehr beliebter Baustoff, weil er günstig und schnell verfügbar war. Viele Gemeinden hatten eine eigene Lehmgrube. Später wurde der Lehm durch neuere Baustoffeimmer mehr verdrängt. Doch Lehm hat auch gute Eigenschaften. Ein großer Vorteil von Lehm ist es, daß er Luftfeuchte aufnimmt, speichert und bei trockener Witterung wieder abgibt. Man kann mit einem ziemlich konstanten Wert von 45% relativer Luftfeuchtigkeit rechnen, auch bei Einsatz der Zentralheizung. In "modernen" Häusern schwankt der Wert dagegen zwischen 20 - 70%.

Jedoch ist

Lehm ein besonderer Baustoff

, der nicht immer einfach zu verarbeiten ist. Es empfiehlt sich zunächst mit kleineren Übungen und Arbeitsschritten anzufangen, um sich mit dem Material vertraut zu machen. Empfehlenswert ist es auch ein Lehmbauseminar, beispielsweise bei der Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V., Postfach 1251, 28865 Lilienthal, Tel.04792-7834, zu besuchen.

Lehmvorkommen gibt es an den verschiedensten Orten - daher ist Lehm nicht gleich Lehm und verhält sich immer anders. Wichtig ist die richtige

Korngrößenverteilung

. Der Kalkgehalt sollte nicht zu hoch sein, da der Lehm sonst ausflockt und seine Bindekraft verliert. Solchen sehr kalkhaltigen Lehm bezeichnet man als Mergel - er ist in der Regel hellgrau bis weiß in der Farbe. Meist ist die Lehmfarbe eher gelblich bis braun, was an den im Lehm eingeschlossenen Eisenverbindungen liegt. Was die Verarbeitung von Lehm erschwert ist der Umstand, daß es bei der Trocknung von Lehm immer Schwund gibt. Daher ist es nur die Frage, wie man das Ergebnis optimieren kann.

Hier ein paar Tipps:
  • die Verarbeitung 4 - 6 Wochen vor Einsetzen des ersten Frostes einstellen,
    da Lehm erst frostbeständig ist, wenn er ganz durchgetrocknet ist
  • vor Regen schützen (mit Plane abdecken)
  • zu schnelles Austrocknen bei heißem Wetter führt zu Spannungsrissen
    (feuchtes Sackleinen vor die Wand hängen)
  • bedeckte, feuchte Wetterlage ist ideal für die Verarbeitung
  • die Oberfläche ist in einer Woche trocken -
    durchgetrocknet ist der Lehmschlag in ca. zwölf Wochen
  • meist ist der Lehm zu "fett", d.h. der Tonanteil liegt über 20%.
    Dann muß man scharfen (gebrochenen) Sand zugeben,
    so daß der Tonanteil auf ca. 10% sinkt
  • um Spannungsrisse zu verhindern,
    sollte man Stroh (auf 5 - 10 cm gehäckselt) zugeben
  • Lehm, Sand, Wasser und Stroh gut durchmischen

Ausstaaken und Flechtwerk in Fachwerk-Gefachen

Staaken Staakhölzer eingeflochtene Ruten
Zeichnung 1a Zeichnung 1b Zeichnung 1c
Staaken sind die senkrechten Hölzer(Zeichnung 1b) in den Gefachen, um welche die Ruten (Zeichnung 1c) geflochten werden. Wenn man neue Staakhölzer braucht, sollten diese aus gespaltenem Eichenholz sein. Man kann auch alte Eichendachlatten verwenden (Breite ca. 2,5 - 3 cm). Jede Staake muß einzeln eingepaßt und auf Länge geschnitten werden. Die eingeflochtenen Ruten (Weide, Haselnuß, Faulbaum) sollten nicht zu dick sein, damit sie nicht zu sehr auftragen. Engeres Flechtwerk bietet der Lehmmasse mehr Halt als weitmaschiges.

Der Lehmschlag



Zwei Leute müssen das Flechtwerk des Faches beidseitig von unten nach oben

mit Lehm bewerfen

. Wenn man ein Putzbrett dagegenhält, dann fällt der Lehm nicht auf der anderen Seite wieder heraus. Mit der Faust nachdrücken und ca. 1,5 cm Tiefe übrig lassen für den Putz. Nach der ersten Trockenphase den Schwund, der durch heruntergerutschten Lehm entsteht, nacharbeiten.

Das Putzen der Lehmgefache



Kalkmilch oder Kalkpuder

mit dem Putzbrett in den noch feuchten Lehmputz einreiben. Das bringt die nötige Haftung für die Putzlage. Dann den Untergrund mit Wasser anfeuchten (nicht durchnässen). Den Kalkputz dünn mit der Kelle anwerfen. Gegen das Abplatzen in spitz zulaufenden Ecken hilft die Zugabe von Kuh- bzw. Rehhaaren, oder gleichwertigen Fasern. Es ist besser zweimal zu putzen, als zu dick aufzutragen. Die Putze können naß in naß aufgebracht werden.

Ein bewährtes Rezept für

einen zweilagigen Putz

auf Lehmsteinen oder Strohlehm: Mischungsverhältnisse nach DIN 18550 in Raumteilen (RT)

Spritzbewurf

1 RT Zement Z35
  3 RT Sand 0-4 mm
(P IIIb gemäß DIN 18550)

Unterputz

1 RT Sumpfkalk
(Luftkalk gemäß DIN 1060)
  0,1 RT Zement Z35
  3,5 RT Sand 0-4 mm

Oberputz

1 RT Sumpfkalk
  0,1 RT Zement Z35
  3,5 RT Sand 0-2 mm
(P Ia gemäß DIN 18550)

Das Ausfachen mit Steinen

Zu breite Fugen richtig: enge Fugen im Mauerwerk
Zeichnung 2a Zeichnung 2b
Eigentlich vertragen sich Holz und Steine nicht besonders gut. Das Holz will sich bewegen und die Steine wollen ruhig liegen. Der Baustoff Lehm ist da schon elastischer. Daher sollte man nach Möglichkeit alte Lehmgefache erhalten.

Alte Feldbrandsteine

, oder Kohlebrandsteine, sind wegen ihrer unterschiedlichen Rottönung besonders schön. Sie sind zwar einzeln oft brüchig, aber im Mauerverbund noch gut zu gebrauchen. Auch aus leerstehenden,

alten Backsteingebäuden

kann man Steine bergen.
Die Steine sollten vor dem Vermauern gewässert werden und dann mit eher trockenem Mörtel eingesetzt werden. Das bewirkt, daß die Steine vollfugig aufliegen.
Grundsätzlich sollte "weicher"

Kalkmörtel

mit möglichst geringem Zementanteil zum Vermauern verwandt werden, da dieser die Starrheit der Steine gegenüber den arbeitenden Hölzern am besten abfängt.Ein weiterer Vorteil ist, daß man an schadhaften Stellen die Steine leicht herausnehmen, den Mörtel abklopfen und dann die Steine wieder vermauern kann.
Kalkmörtel ist ein Mörtel, der im Verhältnis 1:3 mit

Sumpfkalk und Maurersand

angesetzt ist. Es sollte auch darauf geachtet werden, daß die´ Fugen nicht, wie heute üblich, genau einen Zentimeter betragen (Zeichnung 2a), sondern, wie früher üblich, sehr eng gearbeitet werden (Zeichnung 2b). Übertretender Mörtel wird mit einem Hölzel abgestrichen.

Wie verhindert man das Herausfallen der Steine?



Heute gibt es speziell für die Ausmauerung von Fachwerkgefachen vorgesehene, gut wärmedämmende Leichtziegel. Eine Dreikantleiste (Zeichnung 2d) von mindestens 1,5 cm Stärke wird an die Innenseiten der umschließenden Hölzer genagelt. Die Leichtziegel haben seitlich eine Fuge, welche um diese Dreikantleiste herumgreift. Diese Verbindung ist die beste Verankerung für das Mauerwerk und auch eine gute Dichtung gegen Wind und Schlagregen.
Fuge im Leichtziegel
Zeichnung 2c
Ältere Ausmauerungen neigen dazu, aus dem Holzfach herauszukippen. Auch hier sollte man

umlaufend eine Leiste anbringen

und die anliegenden Steine am Kopf mit der Flex etwas ausnehmen, damit sie sich um die Leiste legen. Es hilft nicht sehr viel, wenn man nur links und rechts Nägel in das Holz schlägt, wie es manchmal gemacht wurde. Eine andere Möglichkeit ist das Einlegen eines

verzinkten Lochbandes in die Fuge

.
Dreikantleiste in einem Gefach
Zeichnung 2d
Je nach Fachgröße sollte man das zwei- oder dreimal machen und das Band links und rechts an den Ständern mit je einem Rohrnagel befestigen (Zeichnung 2e). Zwischen dem Holzfachwerk und der Ausmauerung entsteht
Lochband im Fachwerk-Gefach
Zeichnung 2e
immer ein Haarriß, der nicht dichtgemacht werden sollte. Insbesondere sollte er nicht mit dauerelastischen Mitteln (z.B. Silikon) abgedichtet werden, da das zu Fäulnis im Holz führen kann. Es ist besser,

wenn das Holz ein wenig belüftet wird

. Um noch genügend Tiefe für den Putz übrig zu haben, muß darauf geachtet werden, daß das Mauerwerk ca. zwei Zentimeter hinter der Vorderkante der Holzbalken zurückbleibt.
Mit Bruchsteinen ausgefülltes Fachwerk Dieses Foto zeigt eine Innenansicht der seltenen Art: Mit Bruchsteinen ausgefülltes Fachwerk, halbwegs vernünftig restauriert. Durch Einkerbungen im Fachwerk, in die die spitzen Ecken der Bruchsteine versenkt wurden, bekam die Ausfachung Halt.

Das Ausfachen mit Lehmbauplatten im Fachwerkhaus



Für die innere wie

äußere Sanierung des Fachwerks

können auch Lehmbauplatten verwendet werden, wie sie im Markt inzwischen von verschiedenen Herstellern angeboten werden. Diese Platten haben auf der Hand liegende ökologisch-biologische Vorteile. Die Platten werden passend zurechtgesägt und können somit paßgenau und unter Spannung in die Gefache gesetzt werden. Der Rohling wird nun mit Schrauben oder Nägeln am Ständerwerk bzw. den Riegeln befestigt. Die Dehnungsfugen zwischen den Holzständern und der Lehmbauplatte sollten mit Naturfasern (Hanf, Flachs, Wolle) ausgestopft werden.

Für die "Verklebung" der Platte mit dem Ständwerk bieten die Hersteller von Lehmbauplatten

spezielle Spachtelmassen

an. Der abgemagerte Sägestaub, der beim Zurechtschneiden der Rohlinge angefallen ist, kann dazu ebenfalls verwendet werden. Es versteht sich von selbst, daß

Lehmbauplatten mit Lehmputzen verputzt

werden sollten, die als Innen- und Außenputze erhältlich sind.
Das Putzen von ausgemauerten Fachwerk-Gefachen

Bei Lehmziegeln und gebrannten Ziegeln sollte das Gefach mit Glasfasergewebe oder Gewebe aus

rostfreiem Edelstahl armiert

werden, welches mit geeigneten Abstandhaltern befestigt werden muß. Es darf jedoch keinesfalls an den Holzbalken befestigt werden, da Bewegungen des Holzes zu großen Schäden führen würden. Bei Bimsstein und Mauerziegeln ist meist keine Putzarmierung erforderlich.

Putz mit der Kelle anwerfen und mit dem Reibebrett abreiben. Dabei von unten nach oben arbeiten und seitlich an die Holzkanten anschließen lassen. Keinesfalls über die Hölzer übergreifen lassen - dann lieber nach innen ziehen.

Ein bewährtes Rezept für einen zweilagigen Putz auf minderfestem Grund, z.B. Bimsstein:

Spritzbewurf

1 RT Zement Z35
  3 RT Sand 0-4 mm (P IIIb gemäß DIN 18550)

Unterputz

1 RT Wasserkalk (gemäß DIN 1060)
  3 RT Sand 0-4 mm

Oberputz

1 RT Wasserkalk
  3 RT Sand 0-2 mm (P Ib gemäß DIN 18550)

Alle Materialien zum Verputzen einer Ausfachung beim Fachwerkhaus erhalten Sie bei den Fachhändlern der EUROBAUSTOFF-Gruppe.

Holzschäden fachgerecht sanieren



  • bei

    Befall mit Holzschädlingen

    : wenn nötig, die Konstruktion mit Hilfsstützen abfangen und dann bis auf das gesunde Holz abbeilen.
  • kleinere Fehlstellen sauber ausstemmen und Holzersatz aus trockenem, imprägniertem Holz der gleichen Holzart genau einpassen
  • größere Fehlstellen heraussägen und

    Holzersatz

    einpassen (was man auch Anschuhen nennt), wobei stumpfe Verbindungen zu vermeiden sind. Holzersatz mit Nägeln oder Holzklammern befestigen.
  • Auswechseln eines Ständers

    : angrenzende Gefache ausbauen und mittels Winden die Last um 1 - 2 mm anheben. Dann das schadhafte Holz an den Zapfen herausschneiden und das neue Holz mit unterem Zapfen und oberem Schleifzapfen einbauen.

Der Holzschutz im Fachwerkbau



Altes Holz, welches bisher noch nicht von Schädlingen befallen wurde, wird in aller Regel auch in Zukunft nicht befallen werden. Demnach ist es in der Regel nicht nötig, dieses Holz mit Holzschutzmitteln zu bearbeiten. Wenn das Holz bereits geschädigt ist, sollte zuerst eine gründliche Überprüfung der Konstruktion erfolgen. Möglicherweise gibt es Stellen, die das Eindringen von Feuchtigkeit fördern und somit dem

Schädlingsbefall

Vorschub leisten. So kann beispielsweise

aufsteigende Bodenfeuchtigkeit

einen Balken zum Faulen bringen. Ständer und Balken, welche auf Mauerwerk aufliegen, sollten durch Dichtungsbahnen von Feuchtigkeit abgesperrt werden. Besonders Hirnholzseiten saugen die Feuchtigkeit regelrecht auf. Man sollte auch darauf achten, daß die Fugen zwischen Holz und Putz bündig sind, damit sich kein Regenwasser dort ansammeln und Unheil anrichten kann.

Chemischer Holzschutz: im Fachwerkbau nicht unbedenklich



Mögliche Gesundheitsgefährdungen sind in Betracht zu ziehen. Beachten Sie bitte genauestens die Hinweise des Herstellers.

Holzschutz auf Ölbasis

(im Sinne der DIN 68800) nur bei trockenem Holz (unter 20% Holzfeuchte) einsetzen, da er bei nassem Holz nicht tief genug eindringt.

Holzschutz auf Salzbasis

für feuchtes / trockenes / halbtrockenes Holz. Nachteil: z.T. unverträglich für Anstrichaufbauten (Herstellerangaben genau beachten)

Man kann Schutzmittel aufstreichen, aufspritzen, oder durch ein Bohrloch injizieren. Wenn das Holz ausgebaut oder noch gar nicht eingebaut ist, gibt es die Möglichkeiten des Kurztauchens, der Trogtränkung oder - besonders empfehlenswert - der Kesseldruckimprägnierung. Unbedingt die deklarierten Prüfprädikate und Gefährdungsklassen beachten.

Neuere Physikalische/Chemische Methoden (zur Bekämpfung, nicht zur Vorbeugung):



Beim

Heißluftverfahren

werden alle Holzteile mindestens eine Stunde lang auf mehr als 55° Celsius erhitzt, was dazu führt, daß alle Lebensstadien holzzerstörender Insekten abgetötet werden. Der dabei aufgeheizte Raum soll eine Temperatur von 80 bis maximal 100° Celsius erreichen. Die Temperatur der aus dem Heizrohr ausgeblasenen Luft darf 120° Celsius nicht überschreiten. Bei Befall mit pflanzlichen Schädlingen ist dieses Verfahren nicht geeignet.

Das

Durchgasungsverfahren

eignet sich nur für kleinere Einheiten, die man in stationären Anlagen bearbeiten kann. Größere Objekte (Häuser) müssen luftdicht eingepackt werden, was jedoch nur von wenigen Spezialfirmen gemacht wird. Verwendet werden hierbei verschiedene Gasarten.

Das

Hochfrequenzverfahren

wirkt auf die H2O Moleküle in tierischen Holzschädlingen. Sie werden im Bruchteil einer Sekunde abgetötet. Hierbei werden die zu behandelnden Hölzer mit einem Hochfrequenzgenerator vor Ort abgefahren. Die Wirksamkeit geht bis zu einer Tiefe von 50 cm. Dieses Verfahren sollte mit höchsten Sicherheitsvorkehrungen und nur von Anwendern mit weitreichender Erfahrung im Umgang mit Hochfrequenzen durchgeführt werden.

Der Anstrich verputzter Fachwerkhaus-Gefache



Um den

Wasserdampfaustausch

zwischen dem Untergrund und der Umgebung zu gewährleisten, empfiehlt es sich, für den

Anstrich von Fachwerkputzen

mineralische Fassadenfarbe auf Kalkbasis zu verwenden. Ansonsten könnte es passieren, daß sich die Feuchtigkeit in der Wand niederschlägt und dort Schäden wie beispielsweise Fäulnis verursacht. Die Farbe ist in weiß und in mehreren helleren Tönen anwendungsfertig im Fachhandel erhältlich. Zusätzlich kann der

Kalkanstrich mit Molke

stabilisiert werden, um wetterbeständiger zu werden. Alternativ kann eine Mineral-Silikatfarbe empfohlen werden. Der Anstrich hält in etwa zehn Jahre, wobei die Wetterseite in kürzeren Intervallen neu gestrichen werden sollte.

Dämmwand von innen setzen - die Vor- und Nachteile



Historische Fachwerkhäuser erfüllen logischerweise nicht die Anforderungen an eine

energiesparende Wanddämmung

. Dies kann aber nachgeholt werden. Am besten baut man von innen eine zweite Schale, zum Beispiel aus Materialien, die gerade für Fachwerkbauten besonders geeignet sind. Zuvor ist aber zu prüfen, ob nicht ein Streifenfundament eingezogen werden muß, um die Belastung durch die Innenschale abzufangen. Möglich ist eine Innenschale aus Schilfrohrplatten, die - wie Fliesen - in eine Trägerschicht aus Lehmmörtel gesetzt wird. Die Platten müssen zusätzlich mit der Außenwand bzw. dem Gebälk verschraubt werden. Möglich ist auch eine

Innenschale aus Leichtlehmsteinen

, wobei die neue Steinwand ebenfalls durch Lehmmörtel mit der Innenseite der Außenwand verbunden wird. Ein weiteres Verfahren ist das

Einschütten von Holzleichtlehm

zwischen Außenwand und einer verlorenen Schalung aus Rohrgewebe oder Lehmbauplatten. Dampfbremsen werden speziell bei Fachwerkbauten nicht empfohlen.

Innenwände bzw. Wandverkleidungen aus Lehmbausteinen bzw. -platten sollten idealerweise mit einem Lehmputz versehen werden. Speziell für die Beschichtung von Lehmbauplatten bietet sich ein Produkt wie "Tierrafino" an, das man als "

Farblehmputz

" bezeichnen kann. Das Produkt besteht aus einem Ton-Sand-Gemisch und ist in verschiedensten Farbnuancen erhältlich.

Der Bau einer zweiten Schale aus KS- , Porenbeton- oder Blähtonsteinen ist ebenfalls möglich, jedoch sollte dann eine Luftschicht zwischen den beiden Schalen verbleiben, die jedoch gut nach außen entlüftet werden muß. Wir raten dringend, einen in der Fachwerksanierung erfahrenen Architekten hinzuzuziehen, da die Art der Innenschale wesentlich von der Art der Außenwand und deren Nässe- und Salzbelastung abhängt. Dieser wird auch prüfen, ob die Innenschale gegen aufsteigende Nässe isoliert werden muß.
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