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Problembereich Ladenlokale in Fachwerkgebäuden


Die historischen Fachwerkhäuser insbesondere in den Centren unserer Städte beherbergen sehr oft Einzelhandelsgeschäfte. Der Einzelhandel hat natürlich ein berechtigtes Interesse daran, möglichst große,

gut einsehbare Schaufenster

einzubauen, damit er seine Ware auch optimal dekorieren und präsentieren kann. Zwangsläufig bringt das Probleme mit sich, deren Lösung oft genug auf Kosten der Bausubstanz geht.

So sind denn viele verkaufsfördernd herausgeputzte

Fachwerkhäuser mit Ladeneinbauten

eigentlich im Erdgeschoß kaputtmodernisiert worden. Schwelle, Ständer, Riegel und Streben wurden entfernt, die oberen Geschosse auf eine Unterkonstruktion aus Stahlpfeilern gelegt. Das Ergebnis: Große Schaufenster, aber der Anblick eines amputierten Fachwerkhauses. Inzwischen läßt sich feststellen, daß in vielen Städten eine Rückbesinnung und damit ein "

Rückbau

", also eine Wiederherstellung des früheren Zustandes eingesetzt hat.
Gefach-Einteilung Sprossen-Schaufenster
Die Gefach-Einteilung (oben links) eignet sich hervorragend dazu, statt mit Putz oder Ziegeln mit Glas, also mit einem Schaufenster, ausgefüllt zu werden. Und ein Sprossen-Schaufenster (oben rechts) macht den Passanten sicherlich neugierig, sich die Auslage genauer anzusehen.
Fünf Schaufenster Erkerartiger Vorbau
Aufwendig saniert und proportional richtig wurde dieses Geschäftshaus mit fünf Schaufenstern (links oben) ausgestattet. Die Harmonie des Fachwerks ist erhalten geblieben. Auch damit kann man sich durchaus anfreunden: ein erkerartiger Vorbau aus Leichtmetall (rechts oben), der ein Entfernen der Ständer überflüssig macht. Störend an diesem Ladengebäude eigentlich das falsch eingesetzte Fenster im Obergeschoß (siehe dazu unsere Rubrik "Problembereich Fenster").
Schaufenster im Fachwerkhaus
Fast irreparabler Schaden (oben) an einem alten Fachwerkgebäude: Im Erdgeschoß wurde das

Fachwerkgefüge

entfernt, ein proportional viel zu großes Schaufenster eingebaut, der Haus-/Geschäftseingang zurückverlegt und dieser Eingangsbereich auch noch mit unpassenden Materialien verkleidet.
Disharmonischer Ladeneinbau
Disharmonisch dieser Ladeneinbau (oben) einer Apotheke mit den drei Schaufenstern links und den beiden Fenstern rechts. Absolut unpassend und unschön die Automatiktür aus Metall. Wie kann man nur!
Fassade mit Ladeneinbau An dieser Fassade mit Ladeneinbau eines Friseursalons stimmt nun rein gar nichts mehr. Das verschieferte

Vordach ist wesensfremd

, die Stiltür hat Stil vielleicht für ein großes Landhaus, paßt jedoch nicht in dieses Fachwerkhaus? wie auch der Türgriff nicht zur Tür paßt. Das Schaufenster (sinnigerweise mit Fensterbank) wäre durch

Sprossenverglasung

erträglicher. Der größte Störfaktor ist zweifelsfrei, dass sich hier zwei gleich große, jedoch optisch unterschiedliche Elemente, nämlich Tür und Schaufenster, in der Wirkung "bekriegen" mit dem Ergebnis einer optischen Disharmonie.
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