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Rolltapezieren - eine bequeme Art zu renovieren

Damit Ihnen beim Tapezieren das eine oder andere besser von der Hand geht, wurden hier einige Tips zusammengestellt, die Ihnen beim Gestalten Ihrer Wände behilflich sein sollen. (Mit freundlicher Unterstützung der Firma Erismann & Cie. GmbH)

Bedarfsermittlung

Eine normale Tapetenrolle, die sogenannte "Eurorolle", ist 0,53 m breit und 10,05 m lang. Eine Eurorolle reicht also etwa für 5 m² Wandfläche aus. Der folgenden Tabelle können Sie Ihren Tapetenbedarf entnehmen: Anzahl Rollen bei einer Raumhöhe von:

Anzahl Rollen bei einer Raumhöhe von:
Raumumfang in Meter 2,10 - 2,35m 2,40 - 3,05m 3,10 - 4,00m
6 3 4 5
10 5 7 9
12 6 8 11
15 8 10 14
18 9 12 17
20 10 14 19
24 12 16 23

Fenster- und Türaussparungen sind hier als Wandfläche berechnet worden, damit für Verschnitt noch ausreichend Tapete übrigbleibt. Außerdem sollten Sie immer einen Tapetenrest aufbewahren, um später eine eventuelle Beschädigung leicht beheben zu können.

Qualitätstapeten beziehen Sie übrigens von Ihrem Malermeister, aus dem Fachgeschäft oder aus dem Bau- und Heimwerkermarkt.

Gutes Werkzeug - Halbe Arbeit

Um Ihre Tapezierarbeit leicht bewältigen zu können, benötigen Sie die unten abgebildeten Werkzeuge: Werkzeuge:

Rolltapezieren

  1. Kunststoff-Andrückspachtel
  2. Tapezierbürsten
  3. Moosgummi-Rolle
  4. Kleisterbürste und Eimer
  5. Nahtroller
  1. Zollstock
  2. Bleistift
  3. Tapezierscheren
  4. Cuttermesser
  5. Metallspachtel
  1. Lot
  2. Tapezierschiene
  3. Kanten-Schneideschiene
  4. Tapeziermesser

Und los geht's

Nachdem Sie nun mit den notwendigen Werkzeugen und der Tapete Ihrer Wahl ausgestattet sind, können Sie gleich mit der Arbeit loslegen.

Wandflächen vorbereiten

RolltapezierenAbziehen einer spaltbaren Tapete

Die Vorbereitung des Untergrundes kann, besonders in Altbauten, recht aufwendig sein. Dennoch sollten Sie diese Mühe nicht scheuen, wenn Sie ein sauberes Resultat erzielen wollen. Das Ablösen alter Tapeten kann eine Qual sein - oder aber mit einem Tapetenablöser leicht von der Hand gehen. Besonders hartnäckigen Rauhfasertapeten rückt ein spezieller Rauhfaser-Tapetenablöser gründlich zu Leibe, selbst wenn sich die Tapete unter mehreren Schichten Dispersionsfarbe verbirgt. Angerührt wird er am besten in heißem Wasser - das erhöht die Wirkung deutlich. Den Tapeten­ablöser muss man dann mit einer Bürste, einer Rolle oder einem geeigneten Sprühgerät satt auftragen und etwa 15 Minuten einwirken lassen. Die durchweichte Tapete lässt sich dann leicht und in der Regel auch bahnenweise abziehen. Bei wasserundurchlässigen Anstrichen und Tapeten empfiehlt es sich, die Wände vorher mit einer Nadelwalze aufzurauhen. Alte Dispersionsfarb-Anstriche müssen auf ihre Festigkeit hin geprüft werden und, wenn nötig, entfernt werden. Bei Tapeten mit extrem glatten Oberflächen ist es übrigens sinnvoll, eine Untertapete (Makulatur) zu kleben. Der halbe Erfolg beim Tapezieren ist die Vorbereitung der Wände. Sie müssen trocken, sauber, glatt, trag- und saugfähig sein. Die Saugfähigkeit lässt sich durch Benetzen mit Wasser prüfen: Perlt es ab, besteht eine zu geringe Saugfähigkeit; Kleben von Rollenmakulatur ist erforderlich. Eine sofortige dunkle Verfärbung der benetzten Stelle bedeutet zu hohe Saugfähigkeit; Vorkleistern oder evtl. Grundieren mit lösungsmittelfreiem Tiefengrund schafft Abhilfe.

Alte Tapeten Mit Tapetenablöser einweichen und ablösen. Darunterliegenden Putz, falls nötig, mit Tiefengrund grundieren.
Leimfarben Mit Wasser und Tapetenablöser abwaschen, danach mit lösemittelfreien Tiefengrund behandeln.
Öl-/Lackfarben Mit wasserverdünnten Lackanlauger abwaschen, danach Rollenmakulatur kleben.
Löcher, Risse Lose Teile entfernen und mit Füllspachtel alle Schadstellen ausfüllen und glätten.
Größere Putzunebenheiten Mit der Glättkelle großflächig Füllspachtel auftragen, glätten.
Sandende Untergründe Mit Tiefengrund festigen.
Rauhe Putze Vollflächig spachteln oder Rollenmakulatur kleben.
Zu stark saugende Untergründe Grundieren mit Tiefengrund oder vorkleistern.
Gipskarton Mit lösemittelfreiem Tiefengrund oder mit Tapetenwechselgrund vorbehandeln.
Rost- oder Wasserflecken Mit Isolierfarbe oder Fleckendecker abdecken.
Schimmelflecken Mit Schimmel-Stop vorbehandeln.

Bevor Sie mit dem Tapezieren beginnen können, müssen alle Unebenheiten, Löcher und Risse beseitigt werden. Dübellöcher lassen sich hervorragend mit Instant-Spachtelmassen aus der Tube schließen. Die Verarbeitung ist sauber und schnell: Kein Anrühren, keine verschmutzten Hände - Die Spachtelmasse ist gebrauchsfertig und kann bei Bedarf sofort eingesetzt werden. Einsetzbar sind diese Spachtelmassen auf neuem und altem Putz, Beton, Mauerwerk, Natur- und Kunststein, Dämmplatten und auf Styropur. Bei größeren Rissen und Löchern, wie sie häufig in Altbauwänden oder nach Kabelverlegungen entstehen, kann auf das Anrühren eines Füllspachtels aber nicht verzichtet werden. Zum vollflächigen Verspachteln größerer Flächen und zum Verfugen von Gipskartonplatten verwendet man am besten Super-Haftspachtel. Der Spachtel ist kunstharz-verstärkt und geht eine feste Verbindung mit dem glatten Untergrund ein. Er lässt sich leicht glätten und erhärtet gleichmäßig, ohne einzusinken oder Risse zu bilden.

Kleister

Die Wahl des richtigen Kleisters und das richtige Ansatzverhältnis desselben sind entscheidend für eine makellose Verarbeitung. Grundsätzlich gilt: je schwerer die Tapete, desto dicker muss der Tapetenkleister angesetzt werden. Der Kleister muss gründlich angerührt werden und lange genug ziehen.

Informationen zur richtigen Verarbeitung und Kleistersorte entnehmen Sie bitte dem Tapeten-Beipackzettel. Wenn Sie auch die Hinweise auf der Kleisterpackung beachten, kann nichts mehr schiefgehen.

Zuschneiden und einkleistern der Tapetenbahnen

Die Raumhöhe plus etwa 5 bis 10 cm Zugabe für den Verschnitt ergibt die richtige Bahnenlänge.

Kleistern Sie nur wenige Bahnen ein und tapezieren Sie sie in derselben Reihenfolge, wie Sie eingekleistert wurden. Zum richtigen Weichen der Tapete falten Sie die Bahn von links und rechts zur Mitte hin, sodass die eingekleisterten Flächen aufeinander liegen.

Wenn Sie die im Beipackzettel angegebene Weichzeit einhalten, haben Sie keinen Ärger mit Blasenbildung und offenen Nähten.

Kleben der Bahnen

RolltapezierenEin großer Besen kann beim Hängen der Deckenbahnen sehr hilfreich sein.

Tapeziert wird immer "mit dem Licht", das heißt, Sie beginnen Ihre Arbeit am Fenster. Achten Sie bei der ersten Bahn darauf, dass sie senkrecht ausgelotet ist, damit die folgenden Bahnen gerade verlaufen. Setzen Sie nach dem Ausloten die erste zu tapezierende Bahn mit Überstand an der Decke an, um eventuelle Höhenunterschiede ausgleichen zu können. Ein umgeschlagenes Ende der ersten Tapetenbahn wird aufgefaltet und mit etwa drei Zentimetern Überstand zur Decke an der Lotlinie ausgerichtet. Die Bahn kann leicht verschoben und korrigiert werden. Sitzt sie richtig, streicht man mit der Tapezierbürste von oben nach unten und von der Mitte zu den Seiten glatt. Weiter nach unten ausfalten und ebenso verfahren. Die Andruckwalze aus Moosgummi sollte zum Andrücken von Gewebetapeten eingesetzt werden. Sind die Überstände an Decke und Fußboden gerade abgeschnitten, kann man mit der nächsten Bahn fortfahren. Sind mehrere Bahnen nebeneinander auf Stoß oder überlappend angebracht, rollt man mit leichtem Druck mit dem Nahtroller über die Nähte. Bei Relieftapeten sollte man darauf verzichten, da unter Umständen die Prägung dabei beschädigt wird. Kleisterspuren sofort mit einem sauberen Lappen entfernen.

Um die Ecke tapezieren

Die Bahn in der Länge so schneiden, dass ca. 1 cm an der Ecke übersteht. Bei ungeraden Wänden lassen sich durch Einschnitte in den überstehenden Teil Falten vermeiden (nur bei dünnen Tapeten möglich, ansonsten ist ein Doppelnahtschnitt erforderlich). Die nächste Bahn wird neu ausgelotet und auf der Ecke angesetzt.

Nischen tapezieren

An Fensternischen werden die Bahnen so angesetzt, dass die Tiefe der Nische, plus Zugabe, abgedeckt ist. Den Überstand am Fenstersturz und in Höhe der Fensterbank waagerecht einschneiden, in die Laibung einklappen und am Fensterrand beschneiden. Anschließend die Bahnen über dem Fenster mustergerecht einpassen und von oben in die Laibung einklappen.

An Fußleisten abschließen

Den Überstand mit dem Scherenrücken in den Winkel der Fußleiste drücken und wieder abheben. Dann entlang der auf der Rückseite sichtbaren Drucklinie abschneiden. Sehr viel komfortabler und genauer gelingt dies mit der Beschneideschiene und einem Cuttermesser.

Die fünfte Wand

Das Tapezieren von Decken ist am besten zu zweit zu bewerkstelligen. Während einer die Bahn ansetzt, hält der andere die restliche Bahn hoch, bis die Tapete vollständig angedrückt ist.

Bordüren kleben

Bordüren können einer Raumgestaltung die besondere Note geben. Sie werden ganz zuletzt akkurat geklebt. Ein "Gehrungsschnitt" an den Ecken sorgt für ein professionelles Ergebnis. Damit die Bordüre sicher hält, ist ein spezieller Bordürenkleber erforderlich.

Kleine Reparaturen

Mit seiner feinen Tubenspitze eignet sich ein sog. Nahtkleber besten für die schnelle Reparatur von Tapeten aller Art. Besonders zum Nachkleben abgelöster (aufgeplatzter) Nähte.

Trocknen der Tapete

Die Tapete darf nach dem Tapezieren nicht zu schnell trocknen. Vermeiden Sie also Zugluft, und heizen Sie nicht zu stark. Wenn Sie diese Hinweise beherzigen, werden Sie nach Beendigung der Arbeit ein tadellos und sauber tapeziertes Zimmer vorfinden.

WICHTIG - WICHTIG - WICHTIG

Beachten Sie bitte vor dem Tapezieren unbedingt den Beipackzettel der Tapeten! Dort finden Sie weitere wichtige Verarbeitungshinweise!

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