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Tresore - neue Aspekte über die Wertsicherung

dass Tresore es einem Einbrecher erschweren oder gar unmöglich machen, an Ihr Geld und Ihre Wertsachen zu kommen, ist eine Binsenweisheit. Aber das veränderte Verhalten der Ganoven, insbesondere der aus dem Osten und aus Südost-Europa hereindrängenden kriminellen Banden, zwingt zu einer völlig neuen Betrachtungsweise über Tresore. Wieso? Nun, früher gingen die Einbrecher meistens unbewaffnet auf "Bruch" und wendeten nur im "Notfall" Gewalt an. Der Grund: Diebstahl wird ungleich milder geahndet als ein bewaffneter Raubüberfall.

Inzwischen ist bei Einbrüchen Gewaltanwendung leider zum Normalfall geworden. Und befindet sich in der Wohnung ein Tresor, werden die Ganoven erst recht neugierig, was wohl alles an Wertsachen vorhanden sein mag. Die Folge davon ist, dass die Überfallenen durch Gewaltanwendung oft brutalster Art gezwungen werden, ihre Tresore zu öffnen. Also überhaupt keinen Tresor? Doch!

Nutzen Sie Ihren Tresor oder gar Sicherheitsschrank zunächst einmal dazu, hier wichtige Papiere und Datenträger zu lagern - von der Versicherungspolice bis zu Verträgen der unterschiedlichsten Art. Dann aber bitte in einem "Kombinationsschrank" mit Feuersicherheit. Mit Ihren Privatdokumenten können Einbrecher nichts anfangen, diese lassen sie in der Regel liegen. So ist denn, was den Tresor betrifft, die Feuersicherheit eigentlich genauso wichtig wie die Einbruchsicherheit.

Ein Tresor hat nicht nur ein erhebliches Gewicht, er hat auch eine Größe, die es schwermacht, ihn zu verstecken. Selbst der kleine Möbeltresor, vermeintlich unauffällig eingebaut, wird von Ganoven schnell gefunden. Vom Wandtresor hinter dem Ölgemälde ganz zu schweigen.

Echter Tresor mit unechtem Schmuck

Sind Sie nicht zuhause, ist es allemal richtig, Wertsachen im Tresor zu verstauen. Je nach Sicherheitsstufe haben Ganoven schwer an einem Tresor zu knacken. Um sich vor Körperverletzung bei einem bewaffneten Raub zu schützen, fahren Sie am allerbesten, wenn Sie Schmuck- und Goldmünzen-Imitationen und Briefmarkenalben mit wertlosem Inhalt im Tresor gelagert haben und den Tresor auch schnell öffnen. Ganoven nehmen sich nicht die Zeit festzustellen, ob die glänzenden Goldmünzen nun aus massivem Gold sind oder aus vergoldetem Messing - sie raffen alles zusammen und verschwinden schnellstmöglich. Und Sie haben damit eine gute Chance, körperlich unbeschadet davonzukommen, wenn die Ganoven schnell an ihr Ziel gelangt sind.

Wohin aber dann mit dem echten Schmuck und den echten Goldmünzen? Hier beginnt das Problem mit den Versicherungen. Das Geheimversteck hinter dem Fach für's Kaminholz (oder anderswo) wird von den Versicherungen nicht akzeptiert. Sie verlangen eine Unterbringung im Tresor und schreiben je nach Wert der Gegenstände auch bestimmte Sicherheitsstufen vor (siehe Tabelle 1). Halten Sie die Bestimmungen Ihrer Police genau ein, muss die Versicherung den Schaden ersetzen, aber der alte Familienschmuck und die in vielen Jahren aufgebaute Briefmarkensammlung sind trotzdem hin.

Bei alledem ist nicht von der Hand zu weisen, dass Sie besser fahren, wenn im Tresor nur Pseudo-Wertsachen liegen und in einem wirklichen Geheimversteck (oder im Banktresor) die echten Schmuckstücke. Eine Zwickmühle ist es allemal - und aus der kann man Sie nicht befreien, denn die absolute Sicherheit gibt es nicht. Zu Ihrer eigenen Sicherheit können Sie dadurch beitragen, dass möglichst wenige Personen von Ihrem Tresor wissen und vor allen Dingen keiner darüber tratscht. Ihre Putzfrau mag eine ehrliche Haut sein, aber wenn sie im engsten Freundeskreis darüber plaudert, dass Sie einen Tresor im Haus haben, dann hört vielleicht einer mit, der eine (vermeintlich) reiche Beute wittert.

Tabelle I
Einbruchschutz/-sicherheit (VDMA)

Datenübersicht für Tresore nach Sicherheitsstufen des VDMA, Norm 24990, 24992,
nach RAL RG 626/2,
RAL RG 626/7,
RAL RG 626/10,
RAL RG 621/20

Art des
Behältnisses
Sicherheitsstufe
nach VDMA bzw. VDS
Gewicht
in kg
Versicherungsschutz möglich
gewerblich bis € privat bis €
Wandtresore B - 10.000 € 40.000 €
Möbeleinsatztresore A unter 200 kg 2.500 € unterschiedlich*
B unter 200 kg 2.500 € unterschiedlich*
Geschäftstresore B 200 - 300 kg 2.500 € 40.000 €
B 300 kg 10.000 € 40.000 €
Möbeltresore A 200 kg 2.500 € 40.000 €
B 200 - 300 kg 10.000 € 40.000 €
Waffenschränke A - 2.500 € unterschiedlich*
B 200 kg 2.500 € 40.000 €
B - 10.000 € 40.000 €
Sicherheitsschränke B 300 - 700 kg 10.000 € 40.000 €
C 1 F RAL-627 200 - 590 kg 20.000 € 65.000 €
C 2 F RAL-RG 626/2 400 - 1020 kg 50.000 € 100.000 €
D 10 RAL-RG 626/10 730 - 2150 kg 100.000 € 200.000 €
D 20 RAL-RG 621/20 770 - 2340 kg 150.000 € 400.000 €

Welcher Tresor darf es sein?

Bei Neubauten ist der Einbau eines Wandtresors sicherlich sinnvoll. Ansonsten muss man darüber nachdenken, ob ein Möbeleinsatztresor (im Kleiderschrank oder sonstwo) oder ein schwerer Wertschutzschrank infrage kommt, worunter man Schränke ab 200 kg Gewicht versteht. Wollen Sie einen leichteren Tresor in der Wohnung aufstellen, müssen sie ihn in der Wand oder im Boden zusätzlich verankern. Ratsam ist, einen Tresor der Sicherheitsstufe B zu kaufen. Tresore nach Sicherheitsstufe A bestehen aus einem einwandigen Mantel aus (mindestens) 3 mm Stahlblech und bieten nur einen "leichten" Schutz. Tresore nach Stufe B sind mindestens zweiwandig, wobei die Wandstärken differieren dürfen zwischen 3,0/1,5 oder 2,5/2,0 mm.

Klassifiziert sind die Tresore derzeit nach VDMA-Sicherheitsstufen (Tabelle 1). Die Sicherheitsstufen richten sich nach Wandstärke und Wandaufbau und damit nach der Widerstandsfähigkeit gegen Aufbruch- oder Aufschweißversuche. Zusätzlich werden auch Tresore angeboten nach EN (Europa Norm). Diese werden mit den Sicherheitsstufen VdS I-V klassifiziert (siehe Tabelle II).

Bevor Sie sich einen Tresor anschaffen, überprüfen Sie anhand unserer Tabellen, welche Sicherheitsstufe für Ihre Wertsachen unabdingbar ist.

Tabelle II
Einbruchschutz/-sicherheit (Euronorm-Entwurf)

Sicherheitsstufe Versicherungseinstufung
als Richtwerte in €
Euro/VdS-Klasse 1 gewerblich bis 20.000 €
privat bis 65.000 €
Euro/VdS-Klasse 2 gewerblich bis 50.000 €
privat bis 100.000 €
Euro/VdS-Klasse 3 gewerblich bis 100.000 €
privat bis 200.000 €
Euro/VdS-Klasse 4 gewerblich bis 150.000 €
privat bis 400.000 €
Euro/VdS-Klasse 4 KB gewerblich bis 250.000 €
privat bis 650.000 €
Euro/VdS-Klasse 5 gewerblich bis 250.000 €
privat bis 650.000 €
Euro/VdS-Klasse 5 KB gewerblich bis 375.000 €
privat bis 1.000.000 €

Feuerschutz ist nicht Feuersicherheit

Die meisten Tresore verfügen zwar über einen (einfachen) Feuerschutz. Doch Ihre Dokumente aus Papier beginnen schon bei 130° Celsius ohne direkte Feuereinwirkung zu verkohlen. 130° wird bei Wohnungsbränden im übrigen oft in Sekunden erreicht! Kombinationsschränke sind also die richtige Wahl, denn sie verfügen über eine geprüfte Feuersicherheitsausstattung. An der Innenseite der Tresortür können Sie auf einer Plakate ablesen, ob der Tresor bei Stufe S60P 60 Minuten und bei S120P 120 Minuten einer Außentemperatur von 1.000° Celsius problemlos trotzt.

Sprechen Sie mit Ihrer Versicherung

Die allenthalben übliche und durchaus sinnvolle "Verbundene Hausratversicherung" bietet zwar eine Mindestdeckung je nach Sicherheitsstufe des Tresors, aber es empfiehlt sich, die Einzelheiten vor Vertragsabschluß zu besprechen. Achten Sie darauf, dass in der Police all das dokumentiert wird, was Sie mit dem Versicherungsvertreter besprochen haben. Die verschiedenen Versicherungsgesellschaften bieten natürlich unterschiedliche Deckungsbeträge an, weshalb wir in Tabelle I auch drei Passagen mit einem *-Zeichen markiert haben als Hinweis darauf, dass hier Verhandlungs- und Vergleichsbedarf besteht. Denken Sie daran, dass sich die Deckungssummen für im Tresor gelagerte Wertgegenstände prämienunschädlich verdoppeln können, wenn Ihre Wohnung zusätzlich mit einer vom VdS (Verband der Sachversicherer) anerkannten Alarmanlage ausgestattet ist.

Die von uns benannten Versicherungseinstufungen sind möglich, jedoch nicht verbindlich. Sie sollen Ihnen als Richtwert für die Verhandlung mit Ihrer Versicherung dienen.

Interessante Testergebnisse der Stiftung Warentest

Im Januarheft 1998 veröffentlichte die Zeitschrift TEST der Stiftung Warentest das Testergebnis für Heimtresore der Sicherheitsstufe B in der Preisklasse zwischen 80 und 554 €, wobei der billigste und der teuerste Tresor gleichermaßen als "mangelhaft" eingestuft wurden. Sie können versuchen, über "www.stiftung-warentest.de" das Heft zu bestellen.

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