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Die Wiederauferstehung der im 2. Weltkrieg zerstörten "Alten Waage" zu Braunschweig

Fachwerk in Braunschweig

Es bedurfte schon der mörderischen Kraft von Bombenteppichen, die in der Nacht vom 14. zum 15. Oktober 1944 über Braunschweig niedergingen, um eines der schönsten Fachwerkbauten Deutschlands unrettbar zu zerstören. Um die Frage, ob das historische Viertel in der sogenannten "Neustadt" (die in Wirklichkeit keine neue Stadt ist, sondern ein über 500 Jahre alter Stadtteil) nach der Zerstörung wieder aufgebaut werden sollte, gab es heftigste Auseinandersetzungen. Dann setzte sich aber die Überzeugung durch, dass wenigstens die "Alte Waage" am alten Platz neu erstehen solle.

Drei Braunschweiger Zimmereibetriebe arbeiteten vier Jahre daran, das 21 m hohe Haus detailgetreu wieder aufzubauen. Dabei wurden 360 Kubikmeter Eiche verbaut, wofür die sechsfache Menge Eichenholz eingeschlagen werden mußte. Entstanden ist ein handwerkliches Gesamtkunstwerk, mit dem die Gesellen und Meister unserer Tage beweisen konnten,dass sie die Techniken der alten Meister nicht verlernt hatten. So stellten sie über 300 verschiedene Holzverbindungen her und kein einziger Eisennagel wurde verwendet und keine einzige Schraube benutzt.

Bemerkenswert ist an der "Alten Waage", dass die beiden Obergeschosse und das Dachgeschoss rundum bis etwa einen Meter über die Fassade des Erdgeschosses hinausragten - und natürlich wieder hinauskragen, also "überstehen". Wer sich die neue "Alte Waage" ansieht, sollte eine gedankenvolle Minute einlegen, in der er den Zimmermeistern Respekt zollt, die 1553 - also vor fast 500 Jahren! - dieses Haus ohne statische Berechnungssoftware errichteten. Die "Alte Waage" weist wieder im Schwellbalken auf der besonders schön gestalteten Südseite den original mittelhochdeutschen Spruch auf, den Sie bitte selbst entziffern sollten, wenn Sie Braunschweig besuchen. Übersetzt in unser Hochdeutsche lautet er: "Im Jahre des Herrn 1534 der Rat der Neustadt.

Doch was bedeuten die Wörter "Alte Waage"? Nun, dieses Haus war mit zwei großen Toreinfahrten errichtet worden, damit Fuhrwerke auf der einen Seite einfahren und gewogen werden konnten, ehe sie nach Zahlung eines Zolls auf der anderen Seite das Haus wieder verlassen durften. 1671 wurde die "Alte Waage" durch ein neu erbautes Waaghaus abgelöst und verfiel immer mehr, bis sich ein beherzter herzöglicher Kreisbaumeister des Anwesens annahm. Nicht alles, was er ein- und anbaute, war absolut stilecht, sodass man in den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts manche Hinzufügungwieder entfernte.

1937 wurde die "Alte Waage" zum Heim der örtlichen Hitlerjugend deklariert. Der Spuk dauerte nicht lange, wie man weiß. Das wunderschöne Haus versank in Schutt und Asche, bis es wieder aufgebaut und der Volkshochschule als Bildungsstätte überlassen werden konnte.

Foto: Stadtinfo Braunschweig

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